| Die Fremdenlegion - Traditionen |
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Die Traditionen der Fremdenlegion
Die Fremdenlegion betrachtet sich als eine grosse Familie, zu der alle aktiven sowie alle ehemaligen Legionäre gehören.
Die Traditionen bei der Fremdenlegion finden weiter Ausdruck durch:
Ehrenkodex eines Fremdenlegionärs
1.) Legionär, du bist ein Freiwilliger, der Frankreich mit Ehre und Treue dient.
Die Traditionsmerkmale der Fremdenlegion
Die siebenflammige Granate
![]() Das Recht, die siebenflammige Granate (la grenade à sept flammes) zu tragen, wurde der Legion 1873 zuerkannt. Die Paradeuniform damit zu schmücken ist nur wenigen Eliteeinheiten der französischen Armee vorbehalten. Das Abzeichen symbolisiert eine explodierende Granate. Seit 1873 gab es mehrere Versionen, die aktuelle stammt aus den Jahren kurz vor dem 2. Weltkrieg. Der Marschier- und Paradeschritt der Fremdenlegion
Man geht davon aus, dass der recht langsame und getragene Marschier- und Paradeschritt mit einer Frequenz von 88 Schritten pro Minute (im Gegensatz zu 120 Schritten pro Minute bei den meisten anderen französischen Infanterieregimentern) in der Legion auf das Regiment Hohenlohe, dem Vorgänger der heutigen Fremdenlegion, zurückgeht, welches damals (vor 1830) wahrscheinlich in der gleichen Schrittfrequenz marschiert ist. Eine andere, weniger anerkannte Theorie besagt, dass diese Schrittfrequenz für das Marschieren im Wüstensand die am wenigsten anstrengende war und deshalb von der Legion während ihrer Zeit in Afrika übernommen wurde. Die Paradeuniform
Das "Képi blanc"
Ursprünglich war der weisse Stoff, der auch den ganzen Nackenbereich abdeckte, nur ein Überzug über das herkömmliche Képi, um zu der Zeit, als die Legion noch ständig in Nordafrika stationiert war, vor der Hitze in der Sahara zu schützen. Mit der Einführung einer weissen Ausgehuniform für den Sommer Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde es dann zum festen Bestandteil dieser Uniform. Im Winter wurde nach wie vor ein blaues Képi mit rotem Deckel getragen. Am 14. Juli 1939, bei der alljährlichen Militärparade auf den Champs Elysées in Paris, defilierte die Fremdenlegion erstmals offiziell mit dem Képi blanc. Nach und nach eroberte es seinen Platz als Kopfbedeckung der Legionäre und ist nunmehr seit vielen Jahrzehnten auf der ganzen Welt das Erkennungszeichen für Fremdenlegionäre. Das grüne Barett
Anfangs wurde das grüne Barett (le béret vert) ausschliesslich von Angehörigen der Fallschirmjägerbataillone der Legion getragen, somit erst seit der Zeit des Indochinakrieges 1946/1954. Mit Ausbruch des Algerienkrieges wurde es für die gesamte Legion als offizielle Kopfbedeckung eingeführt. Die Schulterklappen
Der Ursprung der Schulterklappen (les épaulettes) geht bis in das Jahr 1868 zurück. Das grüne Kernstück ist umgeben von einer roten Bordüre sowie roten Fransen. Sie versinnbildlichen mit ihren Farben grün und rot die Farben der Fremdenlegion. Ab 1881 wurden sie nur in den Garnisonen getragen. Zwischen 1884 und 1887 sowie im Jahre 1915 waren sie zeitweise völlig verschwunden. Zur Feier des 100 jährigen Bestehens der Fremdenlegion 1930/1931 wurden sie auf Betreiben von Colonel Rollet wieder fester Bestandteil der Paradeuniform und sind dies auch heute noch. Die grüne Krawatte
Vor 1939 wurde die grüne Krawatte (la cravate verte) lediglich von den Offizieren in Algerien getragen. Nach der Entdeckung eines umfangreichen Lagerbestandes an grünen Krawatten 1945 in einem Jugendlager wurde sie ab 1946 fester Bestandteil der Paradeuniform. Die blaue Bauchbinde
Schon während der Zeit der Eroberung Algeriens in den Anfangsjahren der Fremdenlegion wurde die blaue Bauchbinde (la ceinture bleue) aus gesundheitlichen Gründen zur Unterstützung der Leisten unter der Uniform von allen französischen Soldaten in Afrika getragen. Ab 1882 wurde sie, manchmal auch in roter Farbe, ein fester Bestandteil der Paradeuniform und daher über der Paradeuniform angelegt. Noch heute achten die Unteroffiziere peinlichst genau auf das exakte Anlegen und ihren tadellosen Sitz bei ihren Sektionen während der Paraden. Besonderheiten bei den Pionieren
Spektakulär bei jeder Parade der Fremdenlegion sind zweifellos die Pioniere. Ihre Paradeuniform wird durch einen Lederschurz (le tablier des pionniers) sowie eine über die rechte Schulter gelegte Axt ergänzt. Der Lederschurz wurde von einer Pioniertradition aus dem 18. Jahrhundert, also lange vor der Gründung der Fremdenlegion, übernommen. Damals trugen die Pioniere der Infanterie einen gelbfarbenen Lederschurz aus gegerbtem Schaffell. Bei der Fremdenlegion wird diesen Lederschurz -mit Unterbrechungen- seit ihrem Einsatz in Spanien 1835 getragen. Die Gründung von Pionierkompanien bei der Legion nach dem Ende des 1. Weltkrieges war ein geeigneter Anlass, diese sehr alte Tradition der französischen Armee wieder aufzunehmen. Heute ist die Farbe der Lederschürze braun, in Übersee weiss. Bei jeder Militärparade der Fremdenlegion marschieren die Pioniere an erster Stelle. Das soll vesinnbildlichen, dass die Pioniere auch im Kampf immer in vorderster Front zum Minenräumen, Brückenbau usw. zu finden sind, um den nachfolgenden Truppen einen möglichst reibungslosen Vormarsch zu ermöglichen. ![]() Die Musikkapelle der Fremdenlegion
![]() Die Musikkapelle der Fremdenlegion (La Musique de la Légion Etrangère, kurz M.L.E.) geniesst weltweit einen einzigartigen Ruf. Sie besteht zur Zeit aus etwa 60 Legionären mit einem riesigen Repertoire an perfekt einstudierten Stücken nahezu aller Musikrichtungen, also nicht unbedingt nur Militär- und Marschmusik. Sie unterscheidet sich von anderen französischen Militärkapellen durch den Einsatz von Querflöten, das Mitführen des "chapeau chinois", sowie ihrer speziellen Art, die Trommeln zu tragen. Die Feste der Fremdenlegion
Feste sind ein fester Bestandteil im Leben eines Legionärs. Viele Legionäre haben alle Brücken hinter sich abgebrochen, daher sind die Feste -nicht zuletzt für den Korpsgeist- von grosser Wichtigkeit und werden mit viel Leidenschaft vorbereitet und nachher auch gefeiert. Camerone
Camerone ist das wichtigste und grösste Fest bei der Fremdenlegion und wird jedes Jahr am 30. April gefeiert. Man erinnert dabei an die heldenhafte "Schlacht von Camerone" von 62 Fremdenlegionären gegen 2000 mexikanische Soldaten am 30. April 1863, welche sich in dem kleinen Weiler Camerone in Mexiko zugetragen hat.
Weihnachten
Weihnachten ist auch bei der Fremdenlegion das Fest der Familie und nach Camerone der zweitwichtigste Feiertag des Jahres. Das ganze Regiment, also alle Offiziere, Unteroffiziere und Legionäre, bleiben in Ihren Kasernen zusammen, um Heiligabend miteinander zu verbringen. Es gibt ein noch reichhaltigeres Essen als sonst und das Bier und der Wein fliessen in Strömen. Es findet ein Wettbewerb im Bau von Weihnachtskrippen statt und die Legionäre erhalten ihre Geschenke und gehen zusammen zum Gottesdienst. ![]() Der Neujahrstag
Die Unteroffiziere laden am 1. Januar die Offiziere in Ihrer Messe ein, um Ihnen die Neujahrswünsche zu übermitteln. Dreikönigstag
Die Offiziere laden am 6. Januar die Unteroffiziere in ihre Messe ein um sich für den Empfang am Neujahrstag zu revanchieren. Aus den Reihen der Unteroffiziere wird ein "König" gewählt, der für einen Tag das symbolische Kommando über das Regiment hat. Wenn man alten Überlieferungen Glauben schenken darf, ist auch bei diesem Fest noch nie jemand verdurstet. sonstige Feiertage
Über die oben beschriebenen Feiertage hinaus hat jedes Regiment noch seinen eigenen Feiertag, so z.B. das 1er Régiment Etranger "Saint Antoine", das 1er Régiment Etranger de Cavalerie "Saint Georges", das 2ème Régiment Etranger de Parachutistes "Saint Michel", das 3ème Régiment Etranger d'Infanterie den "Tag der Fourragère", usw. ![]() |