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Aufgestellt im November 1920 in Marrakech/Marokko - Standort heute: Quartier Capitaine Danjou in Castelnaudary / Südfrankreich als reines Ausbildungsregiment - Regimentsstärke 2016: 1208 Mann - davon 518 Mann ständiges Personal, sowie derzeit laufend ca. 440 neue Rekruten in der Grundausbildung, verteilt auf 3 C.E.V.'s und 250 Legionäre auf Fortbildung (C.I.C.)
Aufgrund der derzeitigen Aufstockung der Mannschaftsstärke der Fremdenlegion erreicht das Regiment Anfang 2016 temporär Mannschaftsstärken von bis zu 1.600 Mann
Regimentskommandeur / Chef de Corps (seit 17.07.2015): Lieutenant-Colonel (LCL) Nicolas DUFOUR


Das 4ème Régiment Etranger (4ème R.E.) wurde am 15. November 1920 in Marokko aufgestellt und bis 1943 vor allem zur "Befriedung" des unter französich-spanischem Protektorat stehenden Landes eingesetzt. Ab 1943 wurde das Regiment dann nach Tunesien verlegt und Teile davon auch nach Indochina.Die Bezeichnung des Regiments war seinerzeit (ab 1948) 4ème Régiment Etranger d'Infanterie (4ème R.E.I.) Nach dem Ende des Indochinakrieges im Jahre 1954 wurde das Regiment nach Reggane an die algerisch-tunesische Grenze verlegt und am 30. April 1964 schliesslich aufgelöst. Dadurch wurde zeitweilig das 2ème R.E.I. der Wächter und Behüter der Traditionen des 4ème R.E.I. Im Jahre 1977 schliesslich wurde in Castelnaudary das "Régiment d'Instruction de la Légion étrangère" (R.I.L.E.) aufgestellt, welches am 1. Juni 1980 in 4ème Régiment Etranger (4ème R.E.) umbenannt wurde und somit seine alte Fahne und auch seine Traditionen wieder übernahm. Das 4ème R.E., bzw. das R.I.L.E. übernahm 1977 die Aufgaben der Grundausbildung (Instruction) und Fortbildung / Spezialausbildung (Instruction des cadres et spécialistes) des zuvor in den Stützpunkten Bonifacio (Instruction) und Corté (Instruction des cadres et spécialistes) auf Korsika stationierten G.I.L.E. (Groupement d'Instruction Légion Étrangère). 

 

 

Ausbildungskompanie im 4e Regiment Etranger

 



Die Grundausbildung ihrer Freiwilligen (Engagés Volontaires, "EVs") sowie die Weiterbildung ihrer Legionäre und Unteroffiziere hat die Fremdenlegion -bis auf wenige, spezielle Ausnahmen- schon seit jeher in eigener Verantwortung betrieben, daher besteht daraus auch die einzige, allerdings sehr anspruchsvolle Aufgabe des 4ème Régiment Etranger. So schliessen jährlich etwa knapp 1000 neu rekrutierte ausländische Freiwillige dort ihre 4 Monate dauernde Grundausbildung ab. In den Jahren 2015 und 2016 stieg diese Zahl aufgrund der Aufstockung der Legion auf eine insgesamte Plansollstärke von rund 10.000 Mann auf ca. 1.200 pro Jahr. Während diesen 4 Monaten wird den jungen Rekruten auf sehr intensive Weise ein solider Grundstock an militärischer, teilweise auch legionsspezifischer Ausbildung und Disziplin, sowie ein etwa 400 Vokablen umfassender Stamm der französischen Sprache vermittelt. Die in Castelnaudary angeeigneten Fähigkeiten werden dann später -wenn der junge Legionär seinem Stammregiment zugeteilt ist- dort weiter vertieft. Einen wesentlichen Teil der Grundausbildung nimmt auch das Heranführen der Rekruten an die Bräuche und Traditionen sowie das Erlernen von Liedern der Fremdenlegion ein.

Ebenso werden im 4ème R.E. jährlich etwa 600 (in 2015 und 2016 etwa 750) Legionäre aus den verschiedenen Einheiten der Legion weitergebildet und auf ihre eventuell folgende Beförderung vorbereitet, sowie etwa 550 zukünftige Unteroffiziere mit ihren späteren Aufgaben in den Regimentern vertraut gemacht. Desweiteren werden in Castelnaudary eine beträchtliche Anzahl von Unteroffizieren aus allen Regimentern der Legion für ihre weiteren Aufgaben und Einsätze bei den diversen Einheiten der Fremdenlegion auf der ganzen Welt geschult.

 

 



Mit seiner Bewerbung um die Aufnahme in die Fremdenlegion bei einem der verschiedenen Rekrutierungsposten der Legion in Frankreich und einer ersten anfänglichen physischen und psychischen Überprüfung bei den diversen Prüfungsstellen in Aubagne hat ein Freiwilliger noch keineswegs die Berechtigung, sich "Fremdenlegionär" zu nennen und somit das "Képi blanc" zu tragen. Denn zwischen dem "Anklopfen" bei einem Rekrutierungsposten und dem Abschluss der Grundausbildung ist ein Rekrut immer noch ein "Engagé Volontaire" (kurz: EV = ein sich freiwillig Verpflichtender). Das Recht auf das Tragen des "Képi blanc" und somit den Status als Fremdenlegionär bekommt der EV erst nach seiner Grundausbildung im 4ème R.E. und einem traditionellen, etwa 60 bis 80 Kilometer langen Orientierungsmarsch, dem "marche képi blanc" (Képi blanc Marsch) im direkten Anschluss an die Grundausbildung in den westlichen Ausläufern der Pyrenäen in der Umgebung von Castelnaudary. Im Anschluss an diesen Marsch wird dann dem erfolgreichen Absolventen der Grundausbildung und dieses Marsches in einer feierlichen Zeremonie (remise de Képi blanc) sein während der Grundausbildung verdientes "Képi blanc" überreicht, welches die ganze Sektion dann unter dem Aufsagen des während der entbehrungsreichen Grundausbildung erlernten "Ehrenkodex" der Fremdenlegion aufsetzen darf. Zu dieser Zeremonie kann der junge Legionär auch Gäste (Eltern, Geschwister...) einladen. Teilewiese findet die remise de Kepi Blanc auch in Rahmen anderer Feierlichkeiten, z.B. im Invalidenheim der Legion (I.I.L.E.) in Puyloubier statt, wo dann auch die dort lebenden Veteranen an der remise teilnehmen und teilweise auch eine Abordnung der MLE (Musikcorps der Fremdenlegion) aufspielt. Erst von diesem Moment an sind die EVs Fremdenlegionäre mit dem Dienstgrad "Legionnaire de 2° Classe" und in die grosse Familie der Fremdenlegion aufgenommen. Ein erstes Ziel im Leben des jungen Legionäres ist nunmehr erreicht.






Das 4ème R.E. wird aus sieben Kompanien gebildet (temporäre Abweichungen im Zuge der Aufstockung sind nicht berücksichtigt):

  • der Compagnie de Commandement et de Services (C.C.S.) Stabs- und Kommandokompanie, die auch die Dienste für den reibungslosen internen Regimentsablauf stellt (Verwaltung usw.)

  • drei Compagnies d'Engagés Volontaires (1er bis 3ème C.E.V. = Freiwilligen-Ausbildungskompanie), die Grundausbildungskompanien für neue Legionäre (Grundausbildungsdauer = 4 Monate)


  • der Compagnie d'Instruction des Cadres (C.I.C.), verantwortlich für die Truppführerlehrgänge (Chef de Equipe) an deren Ende die Beförderung zum Caporal steht (Dauer: 8 Wochen), sowie den Unteroffizierslehrgang für angehende Sergenten (Dauer: 15 Wochen). Weiterhin führt die Kompanie den Lehrgang für die "Chefs de Groupe d'Infanterie blindée" (Gruppenführer mechanisierte Infanterie) durch, der von Sergenten absolviert wird, sowie von Caporaux-Chefs, die für eine Verwendung als Gruppenführer vorgesehen sind (Lehrgangsdauer: 10 Wochen), sowie letztlich ein "Sergenten-Kurzlehrgang" über 2 Wochen für altgediente Caporaux-Chefs (sog. Caporaux-Chefs Kepi Noir, welche sich das Recht erworben haben -obwohl Mannschaftsdienstgrad- das schwarze Kepi der Unteroffiziere tragen zu dürfen - früher möglich nach 15 Jahren Dienstzeit, heute nach 20 Jahren), die aufgrund ihrer langen und tadellosen Dienstzeit ( aktuell 20 Jahre oder mehr) zum Sergenten befördert werden. Die Lehrgänge, die für höhere Unteroffiziersdienstgrade (ab Adjudant) oder weitergehende Verwendungen als Führer größerer Teileinheiten (Zugführer - Chef de Section) Voraussetzung sind, finden gemeinsam für Legionäre und Angehörige des "regulären" Heeres in Einrichtungen des Heeres (Armee de Terre) statt, z.B. für Angehörige von Luftlandeeinheiten, damit auch für die entsprechenden Dienstgrade der Fallschirmjäger-Legionäre des 2e R.E.P., an der Ecole des troupes aéroportées (E.T.A.P.) in Pau. Weitere externe Ausbildungsstätten sind z.B. die Ecole militaire de haute montagne (E.M.H.M.) für Hochgebirgseinheiten in Chamonix, damit auch für Unteroffiziere des 2e R.E.G. und ggf. der 2e Compagnie des 2e R.E.P., sowie die Pionierschule, Ecole supérieure d'application du génie (E.S.A.G.), in Angers, für Angehörige der Pioniereinheiten des 1er und 2e R.E.G.  


  • der Compagnie d'Instruction des Spécialistes (C.I.S.) Diese Kompanie bildet Legionäre in speziellen Bereichen weiter, die in der Legion besonders gefragt sind/gebraucht werden, wie z.B. Sanitäter, Informatiker, Funker (Kommunikationstechniker), Instandsetzung, aber auch z.B. Köche, Restaurantfachleute, Fotografen oder Bürokaufleute. Der Kompanie ist ferner das Centre d’instruction et d’entraînement à la conduite (CIEC) angeschlossen, die zentrale Fahrschulausbildung der Legion. In diesem Bereich werden auch zukünftige Fahrlehrer ausgebildet.

 

  • der 6ème Compagnie (de Reserve)  Die aus 100 Mann bestehende Reservekompanie wurde am 19.11.16 im Quartier Capitaine Danjou in Dienst gestellt. Sie übernimmt die Traditionen der ehemaligen 6ème Compagnie Portee (motorisierte Infanterie) des 4ème R.E.I., welche bis zur Unabhängigkeit Algeriens dort und zuvor in Marokko im Einsatz war.







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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 06. Dezember 2016 um 07:24 Uhr