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Die Fremdenlegion



Aufgestellt 1921 - Standort: Quartier Forget in Kourou/Französisch Guyana - Regimentsstärke 2015: 632 Mann (davon 477 Legionäre auf Langzeiteinsatz -3 Jahre-, 27 Legionäre der GSBdD antenne de Kourou, sowie 132 Mann des franz. Heeres auf Kurzzeiteinsatz -4 Monate-, sowie bei Bedarf -als 4e Compagnie de Reserve- 79 Mann, bestehend aus ehemaligen Militärs, sowie Einheimischen)
 Regimentskommandeur seit 23.07.2015: Colonel (COL) Jérôme RANSAN


Das 3ème R.E.I. ging 1921 aus dem "Régiment de Marche de la Légion Etrangère" (R.M.L.E.), hervor. Dem R.M.L.E. unter der Führung von Colonel Rollet gelang es am 14. September 1918 -als erster französischen Einheit überhaupt- die bis dahin als unüberwindlich geltende "Hindenburglinie" zu durchbrechen und somit entscheidend an der deutschen Niederlage des 1. Weltkrieges mitzuwirken. Es ist das am höchsten ausgezeichnete Regiment der Fremdenlegion. Das 3ème R.E.I. wurde während des 2. Weltkrieges im Juli 1943 erneut in R.M.L.E., sowie im Juli 1945 endgültig in 3ème R.E.I. umbenannt. Legionäre des R.M.L.E. sowie des 1er R.E.C. stellten in einer entscheidenden Phase des 2. Weltkrieges Ende 1944/Anfang 1945 einen hohen Anteil an Soldaten an der Seite der alliierten Truppenverbände, die über das Elsass, den Schwarzwald, Baden, Württemberg sowie Bayern bis tief hinein nach Österreich vorstiessen. Das Regiment ist der Wächter und Behüter der Traditionen des R.M.L.E., und der 14. September (Durchbruch der Hindenburglinie 1918, Fête de la Fourragère) ist auch heute noch der offizielle Feiertag des 3ème R.E.I..

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde das Regiment im Dezember 1945 nach Indochina verlegt, wo es unter anderem an der Entscheidungsschlacht um Indochina 1953/1954 in Diên Biên Phu beteiligt war. Nach seiner Rückkehr aus Indochina im Dezember 1954 wurde das Regiment zunächst in Algerien stationiert und 1962 auf die Insel Madagaskar im indischen Ozean verlegt.






Seit 1973 schliesslich ist das 3ème R.E.I. in dem französischen Überseedepartement Französisch-Guyana stationiert und hat dort unter anderem die Bewachung des europäischen Weltraumbahnhofes bei Kourou (Centre Spatial Guyanais, C.S.G.) sowie grenzsichernde Massnahmen an den Staatsgrenzen zu Brasilien im Osten sowie Surinam im Westen des Departements zur Aufgabe. Das Regiment besteht heute aus rd. 500 Fremdenlegionären, die für jeweils 3 Jahre in Guyana stationiert sind. Diese Truppenstärke allein wäre jedoch zu gering, um all die an das 3ème R.E.I. gestellten Anforderungen zu erfüllen. Deshalb wird die Stammbesetzung des Regimentes durch etwa 130 Soldaten anderer Einheiten der regulären französischen Armee (Pioniere, Flugabwehr, usw.) sowie Legionären aus anderen Einheiten der Fremdenlegion, welche im Rhytmus von 4 Monaten ausgetauscht werden, ergänzt. Ferner kann bei Bedarf die 4e Compagnie de Reserve aktiviert werden, die aus rd. 80 Mann besteht und sich aus ehem. Legionären, die in Kourou leben, anderen franz. Militärs, sowie Einheimischen mit besonderen Kenntnissen (z.B. Bootsführer) zusammensetzt. Die Stationierungsdauer für Langzeitstationierte betrug beim 3e R.E.I. bis ca. 2010, wie auch bei den anderen Überseeregimentern der Legion, 2 Jahre. Auf Wunsch und bei Bedarf konnte sie um 1 Jahr auf 3 Jahre verlängert werden. Ab 2010 war nur noch eine 2jährige Stationierung möglich, was 2014/2015 erneut dahingehend geändert wurde, dass nunmehr 3 Jahre die Regelstationierungsdauer für Langzeitstationierte ist. 





Eine weitere, überaus wichtige und anspruchsvolle Aufgabe für das 3ème R.E.I. ist der Betrieb der Dschungelkampfschule (centre d'entraînement à la forêt équatoriale, C.E.F.E.) der Fremdenlegion in der Nähe von Régina im Süden von Französisch-Guyana. Dort werden nicht nur Legionäre im Dschungelkampf und Überlebenstraining ausgebildet, sondern auch (Kommando-) Verbände von Armeen anderer befreundeter Staaten, so z.B. aus Deutschland, den Niederlanden, den USA usw.. Die Ausbildung im CEFE wird von sehr erfahrenen Offizieren und Unteroffizieren geleitet, welche wiederum häufig die Dschungelkampfschulen der brasilianischen Armee in Manaos (SELVA) besuchen, um Ihre Kenntnisse zu vertiefen. Ebenso gehört die Absolvierung dieser Ausbildung zum Pflichtprogramm eines jeden Offiziersanwärters von Saint Cyr, der wohl renommiertesten französischen Offiziersschule.

 





Das 3ème R.E.I. wird aus fünf Kompanien gebildet:

  • der Compagnie de Commandement et de Soutien (C.C.S.)

  • Diese Kompanie besteht sowohl aus Legionären (Permantens = Legionäre die für 3 Jahre in Guyane stationiert sind) als auch Angehörigen der "regulären" Armee und Legionären die im Rahmen einer 4monatigen Kurzmission dort eingesetzt sind. Die C.C.S. ist für die gesamte Logistik des Regiments verantwortlich, sowohl in der Kaserne als auch im Dschungel und auf den Flüssen. Ferner untersteht ihr die Dschungelkampfschule C.E.F.E. Ferner ist der C.C.S. die "Section d’Aide à l’Engagement Débarqué" (SAED) angeliedert, ein Aufklärungs- und Sicherungszug, der in der Lage ist, innerhalb kürzester Zeit per Hubschrauber im Dschungel abgesetzt zu werden (durch abseilen oder Sprung aus dem Hubschrauber über einem Fluß) und z.B. illegale Goldgräbercamps einzunehmen und zu besetzen, bis Verstärkung vor Ort ist. Auch für Geiselbefreiungen im Dschungel ist dieser Zug hervorragend einsetzbar.

Mission


  • der 2eme Compagnie de Combat d’Infanterie

    Diese hervorragend im Dschungelkampf ausgebildete Kompanie ist innerhalb kürzester Zeit für Dschungelmissionen einsetzbar und führt gemeinsam mit der Gendarmerie die dem 3eme R.E.I. übertragenen Aufgaben im Rahmen der "Operation Harpie" (Aufspüren illegaler Goldsucher, Grenzsicherung) durch. Die 2eme Compagnie besteht aus 3 Kampfsectionen, sowie einer Unterstützungssection (Section d'Appui) welche wiederum aus einer Gruppe "Milan", einer Gruppe Mortier 81 LLR und einer Section Scharfschützen (Tireur d’élite) besteht. Ferner ist ein Aufklärungszug (Section de reconnaissance régimentaire (SRR)) der Kompanie angegliedert, der die Aufgaben eines klassischen Dschungelspähzuges wahrnimmt. Die 2e Compagnie nahm im Rahmen eines französischen Battalions in 2004 an der Operation "Carbet" auf Haiti teil, welche von den vereinten Nationen initiert wurde und die Lage im Land nach den gewalttätigen Unruhen rund um den Sturz des damaligen Präsidenten Aristide, beruhigen sollte.

 

  • der 3eme Compagnie de Combat d’Infanterie

    Die 3eme Compagnie besteht (ebenso wie die 2e) ausschliesslich aus Legionären, ist ähnlich aufgebaut und nimmt größtenteils die selben Aufgaben wahr. Diese reine Legionskompanie wurde 2010 neu (wieder-)aufgestellt und löste eine Compagnie PROTERRE (reg. Armee) ab.
  • der Compagnie d'Appui (CA)

  • Diese Kompanie setzt sich aus 2 Sektionen Boden-Luft Artillerie und einer Sektion Pioniere zusammen. Die Kompanie nimmt im Rahmen der "Operation TITAN" den Schutz des Luftraums, hauptsächlich in Bezug auf das Raumfahrtzentrum, wahr und ist für die gesamte Infrastruktur des Regiments (Elektrizität, Sanitär, Kaserneninstandhaltung allgemein, usw.) verantwortlich. Ferner ist die Kompanie in der Lage kurzfristig die beiden Kampfkompanien im Dschungeleinsatz zu unterstützen. Diese Kompanie wird, von vereinzelten Ausnahmen bei den Pionieren abgesehen, ausschliesslich aus Angehörigen der regulären Armee gebildet, die im Rahmen einer MCD (Kurzmission) für 4 Monate in Guyane eingesetzt sind.

  • der 4eme Compagnie de Réserve

    Das Personal dieser Kompanie hat die Aufgabe, das Personal der Operationen "Harpie" und "Titan" bei Bedarf zu unterstützen. Es sind einige ehem. Legionäre, andere franz. Militärs, sowie Angehörige des Zivilschutzes integriert, welche In Kourou leben.



    selva






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