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Die Fremdenlegion



Aufgestellt 1955 in Algerien - Standort: Camp Raffalli in Calvi/Korsika - Regimentsstärke 2016: etwas mehr als 1200 Mann. Regimentskommandeur (seit Sommer 2016): Colonel Jean DE MONICAULT


Die Fallschirmjäger sind wohl die berühmteste Einheit der Fremdenlegion, ohne dadurch die Leistungen und Verdienste der anderen Regimenter in irgendeiner Art und Weise abwerten oder schmälern zu wollen. Jedoch ist es kein Geheimnis, dass -zumindest früher- nahezu jeder Legionär während seiner Vertragszeit bei der Fremdenlegion wenigstens eine Zeit lang im 2ème R.E.P. gedient haben möchte. Heute, etwa nach der Jahrtausendwende, hat sich das etwas geändert und es kommt stark auf die Motivation des Bewerbes an, warum er zur Legion gegangen ist, ob das 2ème R.E.P. für ihn interessant ist. Während früher auf jede frei werdende Stelle im 2ème R.E.P. mehrere Bewerber aus den Grundausbildungskompanien kamen (hauptsächlich Bewerber die schon in den Armeen ihrer Heimatländer als Fallschirmjäger oder Fernspäher gedient hatten), gab es zwischenzeitlich Phasen, wo nicht einmal für jede neu zu besetzende Stelle ein freiwilliger Bewerber vorhanden war. Die Gründe dafür sind vielfältig. Das 2ème R.E.P. ist mit seinem Standort auf Korsika recht exponiert, ein z.B. Wochendbesuch bei der Freundin in Paris also noch schwieriger zu realisieren, als von Nimes oder Laudun aus. Im 2ème R.E.P. dauern Beförderungen im Durchschnitt länger als in den "Festlandregimentern" und nicht zuletzt herrscht im 2ème R.E.P. noch mehr der "Geist der alten Legion", als in manch anderem Regiment. Letzeres ist für wieder andere Bewerber genau der entscheidene Grund, unbedingt Dienst im 2ème R.E.P. tun zu wollen. Auch die Tatsache, dass die Kampfkompanien des 2ème R.E.P. über sehr viele Jahre die mit Abstand am öftesten eingesetzten Einheiten der Legion waren, wenn z.B. irgendwo in West- oder Zentral-Afrika wieder ein Militärputsch stattfand, bei dem Frankreich intervenierte, zog diejenigen an, die zur Legion gegangen waren, um möglichst viele "scharfe Einsätze" mitzuerleben. Noch in den 1990er Jahren brachte es manche der Kampfkopanien auf 2 scharfe Einsätze pro Jahr, oder mindestens eine sog. "Präsenz-Mission" auf dem afrikanischen Kontinent, also eine Mission wo eine Kompanie im Rotationsprinzip einen französischen Stützpunkt, z.B. im Senegal, der Elfenbeinküste oder Gabun temporär verstärkt. Heute erlebt mancher Legionär einer Kampfkompanie in seiner 5jährigen Erstvertragslaufzeit möglicherweise einen, oder gar keinen, scharfen Einsatz und vielleicht 2 oder 3 Präsenz-Missionen - je nach weltpolitischer Lage. Die Tatsache, dass die Legionäre im 2e R.E.P. durch die Zulage für Luftlandetruppen (troupes aeroportes) etwas mehr Sold bekommen als in den anderen Regimentern, spielt hingegen eine eher untergeordnete Rolle.

 

 

 

 

Heute gibt es nur noch ein Regiment von Fallschirmspringern bei der Legion, eben das 2ème R.E.P. in Calvi auf Korsika. Alle anderen Fallschirmjägereinheiten der Legion wurden entweder nach der Rückkehr aus Indochina oder nach der Entlassung Algeriens in die Unabhängigkeit aufgelöst. Das 2ème R.E.P. wurde am 1. Dezember 1955 durch Zusammenlegung des 2ème Bataillon Etranger de Parachutistes (2ème B.E.P.) sowie des 3ème Bataillon Etranger de Parachutistes (3ème B.E.P.) nach deren Rückkehr aus Indochina in Philippeville in Algerien aufgestellt und ist der direkte Erbe sowie der Wächter und Behüter der Traditionen der ehemaligen Fallschirmjägereinheiten der Legion 1er B.E.P., 1er R.E.P., 2ème B.E.P., 3ème B.E.P., 3ème R.E.P. sowie der Compagnie Parachutiste du 3ème R.E.I. in Indochina.

Nach der Entlassung Algeriens in die Unabhängigkeit im Jahre 1962 verliess das 2ème R.E.P. als eines der letzten Regimenter der französischen Streitkräfte im Juni 1967 Algerien in Nordafrika und fand seine neue Heimat in Calvi auf Korsika.

 

 


 

 

 


Mit einer Truppenstärke um die 1200 Mann gehört das 2ème Régiment Etranger de Parachutistes heute als schnelle Eingreiftruppe der französischen Luftlandetruppen zur 11. Fallschirmjägerbrigade (11ème B.P.) der französischen Streitkräfte. Jeder Legionär, der diesem Regiment nach seiner 4-monatigen Grundausbildung im 4ème Régiment Etranger zugeteilt wird, durchläuft eine weitere, wiederum 4 Monate dauernde Fallschirmjägerausbildung in einer Ausbildungskompanie des 2ème R.E.P.

 

Opération Bonité ( Einsatz in Kolwezi / Zaïre)

 

Weltweite Berühmtheit und Anerkennung erreichte das 2ème R.E.P. unter anderem 1978 durch seinen waghalsigen Absprung über Kolwesi (Operation "Leopard" / franz. Operation Bonité) in Zaïre, wo es mehr als 2100 europäische Zivilisten vor der sicheren Massakrierung durch aufständische Rebellen (insg. ca. 3.500 Mann), die sogenannten "Tiger", aus dem Kongo, die unter dem Befehl des Rebellenführers Nathaniel M'Bumba von Angola aus kommend in die Region um Kolwezi eingefallen waren, rettete. Diese Operation war die bisher letzte, die von einem Regiment der französischen Armee völlig autonom, also ohne irgendwelche anderweitige Unterstützung durch andere Einheiten durchgeführt wurde (ausser natürlich dem Lufttransport über 6000 Kilometer von Korsika nach Zaïre). Dieser Umstand war hauptsächlich auf die sofortige Verfügbarkeit des 2ème R.E.P. zurückzuführen, so wie es auch heute noch der Fall ist. Nicht umsonst heisst einer der Leitsprüche des 2ème R.E.P.: "Egal wo, egal wann".

Die Operarion Bonité (deutsch: Leopard) begann am 17. Mai 1978, als das 2ème R.E.P. morgens um 10:00 Uhr auf Befehl des französischen Staatspräsidenten alarmiert wurde. Noch am selben Tag starteten Teile des Regiments unter seinem Kommandeur, dem Oberst Phillip Erulin, über den Millitärflughafen Solanzara auf Korsika Richtung Abidjan (Elfenbeinküste), der Rest folgte am Tag darauf.


 

Das 2e REP beim Abflug in Solanzara/Korsika
Das Regiment in Solanzara/Korsika beim Abflug Richtung Elfenbeinküste (Bild © Ecpad.fr)

 


Es waren somit der Etat-Major-Tactique (taktischer Regimentsführungsstab) sowie 5 Kampfkompanien (die Compagnies de Combat 1 bis 4, sowie die C.E.A.), somit nahezu das komplette Regiment, die sich am 17. und 18. Mai 1978 am Flughafen von Abidjan sammelten um von dort weiter nach Zaïre, zunächst in die Hauptstadt Kinshasa, transportiert zu werden, wo sie am 19. Mai um 02:30 Uhr eintrafen. Um 11:00 Uhr bestiegen ein Teil des Stabes, sowie die Compagnies de Combat 1 bis 3 (zusammen mehr als 450 Mann) 5 Hercules C-190, die von der U.S.-Air Force bereitgestellt wurden, sowie eine Transall C-160 der französischen Luftwaffe und führten gegen 14:30 Uhr einen Kampfabsprung auf Kolwezi durch. Die 4. Kompanie und die C.E.A. folgten einige Stunden später auf die selbe Weise.  Die Rebellen, die offensichtlich damit gerechnet hatten, es -wenn überhaupt- mit belgischen Para-Einheiten zu tun zu bekommen (Zaïre, bzw. der Kongo war ehemals eine belgische Kolonie) waren äußerst "unangenehm überrascht", als sie plötzlich von einem Regiment Fallschirmjäger der Franzosen angegriffen wurden. Nachdem Sie realisierten, dass es sich dabei um das 2ème R.E.P. der Fremdenlegion handelte, war die "Überraschung" umso größer und umso unangenehmer, wie sie bald feststellen sollten. Dennoch verliessen die "Tiger" sich auf Ihre bessere Ausrüstung und ihre zahlenmäßige Überlegenheit. Die Rebellen waren über kommunistische Staaten, die auch deren rudimentäre taktische Ausbildung übernommen hatten (u.a. waren Offiziere der NVA der DDR als Ausbilder tätig) mit modernen AK 47 - Kalaschnikow Sturmgewehren ausgestattet, während die Legionäre noch mit MAT 49 Maschinenpistolen ausgerüstet waren, die bereits im Indochina-Krieg ab 1950, sowie in Algerien im Einsatz waren. Das moderne FAMAS-Sturmgewehr, die noch heutige Standardwaffe der franz. Armee, wurde erst später eingeführt. Ferner verfügten die Rebellen über schwere MG, sowie sogar gepanzerte Fahrzeuge. Die Fallschirmjäger der Legion waren über die Standardwaffen (MAT 49, Scharfschützengewehr FRF1) lediglich mit dem speziell für Fallschirmtruppen entwickelten leichten MG FN MINIMI -Version Para- im Kaliber 5,56 x 45 ausgestattet, sowie mit einigen 81er Mörsern). Letzlich setzen die Rebellen ihre Hoffnung darauf, dass sie neben der besseren Bewaffnung von der Mannschaftsstärke her den Franzosen um das drei- bis fünffache überlegen waren (es ist unklar, wieviele der 3.500 Tiger-Rebellen tatsächlich direkt in der Stadt Kolwezi waren und dort an den Kämpfen teilnahmen, jedoch kann man von mind. 2.000 Mann ausgehen). Trotz dieser widrigen Umstände gelang des dem 2ème R.E.P. die Rebellen binnen 2 Tagen niederzukämpfen und die Lage in Kolwezi unter Kontrolle zu bringen. In den Folgetagen wurden noch versprenge Rebellengruppen ausgemacht, aufgespürt und neutralisiert, bzw. so sie sich ergaben, gefangen genommen. Am 27. Mai verlegten alle Einheiten des Regiments nach Lumbumbashi, mit Ausnahme der 3. Kompanie und eines 81er Mörserzugs, welche in Kolwezi zur Sicherung verblieben. Am 04. Juni schliesslich machte sich das komplette Regiment auf die Heimreise nach Calvi. Die Operation Bonité war erfolgreich beendet.

Zusammenfassung und Ergebnis der Operation:

Vor Eintreffen des 2ème R.E.P. waren seit dem 13. Mai, also binnen 5 bis 6 Tagen, ca. 160 europäische Zivilisten, sowie ca. 600 einheimische Zivilisten von M'Bumbas Tiger-Rebellen aufs grausamste massakriert worden.

Die zairische Armee griff nicht ein ! Positiv sind diesbezüglich einige Züge des 311. zairischen Fallschirmjägerbattailons  hervorzuheben, welche sich den Rebellen verbissen entgegenstellten, aber letztendlich keine Chance hatten, diese zu besiegen.

Mehr als 2.100 europäische Zivilisten (meist Belgier und Franzosen), sowie unzählige Einheimische wurden aus den Klauen der Rebellen vor dem sicheren Tod gerettet.

247 Tiger-Rebellen wurden eleminiert, 163 gefangen gesetzt. Der Rest konnte sich zurück über die Grenze nach Angola absetzen. Für den prinzipiell möglichen Einsatz der französischen Luftwaffe sie durch einen Luftangriff aufzuhalten, blieb der entsprechende Befehl aus.

25 Legionäre des  2ème R.E.P. wurden bei den Kämpfen verwundet.

5 Legionäre sind in und um Kolwezi gefallen, fast alle gehörten der 1. Compagnie de Combat an.       

 

 

Die Gefallenen der Operation Bonité in Kolwezi

 Gedenktafel für die Gefallenen der Operation Bonité

Sergent-Chef Daniel
Caporal-Chef Allioui
Caporal Arnold
Caporal Harte
Légionnaire Clément

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Auch heute noch sind Einsätze des 2ème R.E.P. in Afrika -unter anderem im Tschad, in Zentralafrika, in Gabun oder Elfenbeinküste- zur Unterstützung der einheimischen Truppen bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung in den jeweiligen Ländern an der Tagesordnung. Andere Einsätze hatte das Regiment beispielsweise 1982 in Beirut im Libanon, 1990 in Ruanda, 1993 in Somalia und Bosnien-Herzegowina oder im Kosovo. In jüngerer Vergangenheit waren verschiedene Kompanien des 2eme R.E.P. im Afghanistankrieg im Einsatz, wo insbesondere die 2. Kompanie mehrmals zum Einsatz kam, da die gebirgige Region um Kapisa zum französischen Sektor in Afghanistan gehörte. Ebenfalls die 2. Kompanie war es, die -verstärkt durch Elemente der 1. Kompanie sowie der C.E.A:- in 2013 einen Kampfabsprung über der Stadt Timbuktu in Mali durchführte (im Rahmen der Operation Serval). Im Rahmen der Folgeoperation Barkhane (Sahel-Zone) gab es einen weiteren Kampfabsprung von Elementen des 2eme R.E.P. im Norden des Nigers.

Bis Mai 2016 stellte -im Wechsel mit dem 2eme R.E.I.- je eine der Kampfkompanien (incl. C.E.A.) regelmäßig die "Compagnie Infanterie" (CI) bei der 13eme D.B.L.E. in Abu Dhabi, jeweils für 4 bis 6 Monate Dauer (sog. Tournanté). Die letzte Kompanie, die dort vor dem Abzug der 13eme D.B.L.E.im Einsatz war, war die 4. Kompanie. Seltener gibt es auch noch derartige Einsätze in Dschibuti zur Unterstützung der dortigen franz. Einheit (5eme RIAOM), wobei die jeweilige Einheit des 2eme dann traditionsgemäß ihren alten dortigen Stützpunkt in Arta (Camp Lieutenant-Colonel Amilakvari) besetzt. Ferner stellt das 2eme R.E.P. zeitweise die Fallschirmjäger-Alarmkompanie auf der franz. Basis "Camp de Gaulle" in Libreville (Gabun/Westafrika), von wo aus diese binnen kürzester Zeit in ganz Afrika eingesetzt werden kann.

Das 2ème R.E.P. wird aus neun Kompanien gebildet, welche durch eine Reserveeinheit von 60 Mann (6eme Compagnie) ergänzt werden. Die 5. Kampfkompanie (Spezialisierung Wüstenkampf) ist die jüngste aller Kompanien und wurde am 15.12.2015 offiziell in Dienst gestellt. Damit reagierte die Legion auch auf die Rückverlegung der 13eme D.B.L.E., welche über Jahrzehnte die Wüstenkampfeinheit der Legion schlechthin war, von Abu Dhabi zurück nach Frankreich (näheres dazu siehe unter 13eme D.B.L.E.). Die bisherige 5. Kompanie des 2eme R.E.P. (Instandhaltung) die bisher den Namen 5eme Compagnie de Maintenance Régimentaire trug, hat "die 5" an die neue 5. Kompanie verloren und heißt nunmehr nur noch Compagnie de Maintenance Régimentaire (C.M.R.)







  • der Compagnie de Commandement et de la Logistique" (C.C.L.)

  • der Compagnie d'Administration et de Soutien (C.A.S.)

  • der Compagnie d'Eclairage et d'Appui (C.E.A.)

  • Der C.E.A. ist die Kommandoeinheit des 2eme R.E.P., das G.C.P. (Groupement Commando de Parachutistes) angegliedert, sowie eine Section Milan, eine Section Tireur d'élite (S.T.E.) und eine Section Fernspäher (S.R.R.- Section de Reconnaissance Régimentaire)

  • Compagnie de Maintenance Régimentaire (C.M.R. - Instandhaltungskompanie)

  • fünf Compagnies de Combat (Kampfkompanien):

  • 1er Compagnie de Combat (Nacht- und Häuserkampf)

    2eme Compagnie de Combat (Gebirgskampf)

    3eme Compagnie de Combat (Amphibische Einheit, Kampftaucher)

    4eme Compagnie de Combat (Scharfschützen und Saboteure)

    5eme Compagnie de Combat (Wüstenkampf)


    • einer Unité d’Intervention de réserve (U.I.R.- 6eme Compagnie)

     

     

    Ceremonie bei der Aufstellung der 5. Kampfkompanie

                                           Ceremonie bei der Aufstellung der 5. Kampfkompanie am 15.12.2015






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