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Hier finden Sie einige von mir ausgewählte Buchvorschläge, in denen Legionäre über Ihre Dienstzeit in der Fremdenlegion berichten. Alle diese Werke wurden von mir gelesen und für gut befunden. Mit den meisten der Autoren bin ich persönlich bekannt oder befreundet bzw. gewesen, soweit es diejenigen angeht, die leider bereits verstorben sind.



Die Fremdenlegion in Indochina
  von Michael Kaponya
Kaponya - Die Fremdenlegion in Indochina 

Kriegserinnerungen und ein geschichtlicher Überblick


Der ehemalige Fremdenlegionär Michael Kaponya berichtet von seinen Einsätzen und Kämpfen in Indochina von 1949 bis 1952, in denen er in Cochinchina und Tonkin stationiert war. Der Autor, der seit seinem Dienstende in Amerika lebt, blickt auch auf die Ereignisse der folgenden Jahre in Frankreich und beschreibt den Übergang vom Indochina- in den Vietnamkrieg sowie die Politik, die Amerika in die Kriege des zwanzigsten Jahrhunderts in Südostasien führte.
 
Diese schnörkellosen und auf den Punkt gebrachten Erinnerungen von den Sümpfen des Mekong-Delta, dem Dschungel und der gelben Erde Tonkins geben auch einen geschichtlichen Rückblick auf die Indochina Union, bestehend aus Tonkin, Annam, Laos, Kambodscha und Cochinchina, und zeugen vom Zusammenhalt der Fremdenlegionäre, die aus zahlreichen Ländern stammend sich untrennbar unter der französischen Fahne mit dem lateinischen Motto Legio Patria Nostra – Die Legion ist unser Vaterland – vereinigen.

Neuerscheinung: ab 07.07.2016 im EPEE-Verlag


Rezension

...folgt in Kürze






Fallschirmjäger der Fremdenlegion 1965-2015
  von Thomas Gast
Gast - Fallschirmjäger der Fremdenlegion 
Thomas Gast, ehem. Hauptfeldwebel in der 1. Kompanie des 2e Regiment Etranger de Parachutistes und Autor mittlerweile mehrerer Bücher über die Fremdenlegion, insbesondere der Fallschirmjäger, widmet auch sein neuestes Werk seinem ehemaligen Regiment und dessen Einsätzen zwischen 1965 und 2016 in Afrika, sowie der Evakuierung des damaligen Präsidenten der Palästinenser Jassir Arafat aus Beirut. Neben in Deutschland weitestgehend unbekannten Einsätzen, wie der Geiselbefreiung von Loyada an der Grenze Dschibouti-Somalia vor genau 40 Jahren findet auch der wohl bekannteste Einsatz des 2e R.E.P., der Kampfabsprung des nahezu kompletten Regiments auf die Stadt Kolwezi in Zaire 1978 seinen ihm gebührenden Platz in diesem Buch. An den  Einsätzen welche zwischen 1988 und 2003 datieren, hat der Autor teilweise selbst teilgenommen.

Nachdem das E-Book bereits veröffentlicht wurde, erscheint nun die Print-Ausgabe 
am 25. Juli 2016 im EPEE-Verlag


Rezension
Der ehem. Adjudant (Hauptfeldwebel) und Zugführer eines Zuges der 1. Kompanie des 2. Fallschirmjägerregiments der franz. Fremdenlegion, Thomas Gast, beschreibt in seinem neuesten Werk über die Legion dieses Mal die wichtigsten Einsätze seines ehem. Regiments der letzten 40 Jahre. Neben bekannteren Einsätzen, wie Kolwezi/Zaire 1978 oder auch der großen franz. Operation "Serval" in Mali, an der neben Einheiten des 2e REP auch andere Legionseinheiten teilnahmen (hauptsächlich jene, die in der 6e Brigade legere blindee zusammengefasst sind, namentlich das 1er R.E.C, das 1er R.E.G. und das 2e R.E.I.) kommen auch in der deutschen Öffentlichkeit weniger bekannte Einsätze wie die Geiselbefreiung von Loyada, die gemeinsam mit der Polizeispezialeinheit GIGN sowie Elementen der 13. Halbbrigade der Fremdenlegion durchgeführt wurde, oder der rund 1 Jahr dauernde Einsatz des kompletten 2e REP im Tschad 1989/70, sowie die EVAC-Mission "Pelican" in Congo-Brazzaville, an der Gast selbst als Zugführer teilgenommen hat, zur Sprache.

Wie schon das Buch "Das 2e B.E.P. - die Fallschirmjäger der Fremdenlegion in Indochina" ist das Werk als eine Art Doku-Roman aufgemacht, begnügt sich also nicht damit, trockene Fakten der Einsätze darzustellen, sondern bettet diese Fakten in eine erzählerische Handlung ein, was mir schon beim "2e B.E.P." sehr gut gefallen hat, und eine durchaus spannende Unterhaltung garantiert.

Fazit: Alle an der Fremdenlegion und insbesondere am 2e R.E.P. Interessierte sollten dieses Werk gelesen haben.




Mythos Fremdenlegion
Mein Einsatz in der härtesten Armee der Welt
  von Stefan Müller
 
Stefan Müller diente von 2009 bis 2014 im 2. Infanterieregiment der Fremdenlegion (2eme R.E.I.), stationiert im südfranzösischen Nimes. Er war als Caporal Führer eines Panzerabwehrtrupps (Equipe Eryx) in der 4. Kompanie des Regiments. Dieses sehr zeitnah nach seinem Ausscheiden aus der Legion erscheinende Werk bietet daher einen Einblick in die Legion von heute.

Fremdenlegion ist kein Abenteuerurlaub

Worum geht es? Die französische Fremdenlegion umgibt ein Mythos. Die Bewerber kommen aus aller Welt und werden streng ausgesiebt. Die Ausbildung ist brutal, die Strafen sind drakonisch, der Einsatz des Lebens ist Geschäft. Stefan Müller war fünf Jahre lang dabei. Er bekam eine neue Identität und war an Operationen an der Elfenbeinküste, im Senegal und in den Vereinigten Arabischen Emiraten beteiligt. In Mali erwartete ihn sein gefährlichster Kampfeinsatz – gegen die Dschihadisten. Dort erfährt er unmittelbar, was es heißt um sein Leben zu kämpfen und dem Tod zu begegnen. Kameraden werden von Sprengfallen zerrissen, etliche verwundet. Müller zeichnet erstmals ein realistisches und auch kritisches Bild aus dem Inneren der sagenumwobenen Eliteeinheit. Was ist besonders? Müller schildert nicht nur Kampfeinsätze, sondern auch den Alltag und den Drill. Er benennt Probleme wie schlechte Ausrüstung, Drogenmissbrauch und die Bedeutungslosigkeit des einzelnen Legionärs.



Rezension


Stefan Müller beschreibt in dem Buch seine 5jährige Dienstzeit bei der französischen Fremdenlegion, welche er nach der Grundausbildung ununterbrochen in der 4. Kompanie des „2eme Regiment Etranger de Infanterie“, zu Deutsch: dem 2. Infanterie-Fremdenregiment, ableistet, welches als sog. „mechanisierte Infanterie“ Teil der „6. leicht gepanzerten Brigade“ (6e brigade légère blindée – 6e BLB) ist und seinen Standort in der Stadt Nimes, im südfranzösischen Departement Gard, hat.

 

Hervorzuheben ist, dass es keine andere deutschsprachige Biografie eines Fremdenlegionärs gibt, die dermaßen zeitnah nach dem Ausscheiden aus dem Dienst veröffentlicht wurde, in diesem Fall etwas mehr als 1 Jahr. Dieser Umstand ermöglicht dem Leser einen Einblick in die „Legion von heute“ zu erhalten, die sich weitaus anders darstellt, als die Legion z.B. zur Zeit des Algerienkrieges. Die Aktualität des Buches macht es besonders für diejenigen interessant, die selbst mit einem Engagement bei der Legion liebäugeln, vor allem weil es –auch- mit so einigen Träumereien aufräumt.

 

 

Wie bei vielen jungen Männern aus West- und Mitteleuropa, die in der Legion engagieren, war es nicht die Aussicht auf eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis in Frankreich/EU oder einen französischen Pass oder die „fürstliche“ Bezahlung, die Stefan Müller zur Legion trieb. Nein, er wollte persönliche Grenzerfahrungen sammeln, „die andere Seite“ kennen lernen, bezogen auf das Wohlstandsleben in Deutschland, „mal hungern und frieren müssen“, und letztlich eine solide und hervorragende militärische Ausbildung erhalten und diese auch im Einsatz, im Kampf, anwenden. Alles dies hat Stefan Müller während seiner Jahre bei der Legion bekommen.

 

Stefan Müller schildert seine Ankunft in einem der 11 über Frankreich verteilten Bewerbungsbüros der Fremdenlegion – dem Deutschland am nächstgelegenen, in Strasbourg, wo direkt eine Anzahl offensichtlich völlig ungeeigneter Bewerber aussortiert wurde. Lediglich er und 2 andere Bewerber werden von Strasbourg weiter in das „Vorauswahlzentrum-Nord“ (Centre de Preselection Nord) in Fontenay sous Bois, direkt bei Paris, geschickt. Nachdem er auch dort die ersten grundlegenden medizinischen und sonstigen Untersuchungen erfolgreich hinter sich gebracht hatte und auch seinen „Legionsnamen“ –Karl Mahler- erhalten hatte, ging es weiter nach Aubagne bei Marseille, wo das „Hauptquartier“ der Fremdenlegion beheimatet ist und wo sich auch das „Hauptauswahlzentrum“ befindet. Stefan Müller schildert das Auswahlverfahren, welches für deutsche Verhältnisse in Teilen kurios anmuten mag, aber der Vielzahl von Bewerbern ohne jegliche französische Sprachkenntnisse aus aller Herren Länder geschuldet ist. Müller gehörte zu jenen, die auch diese letzte Auswahlhürde gemeistert haben und nunmehr zur Grundausbildung ins „Ausbildungsregiment“ der Fremdenlegion, das „4e Regiment Etranger“, nach Castelnaudary überstellt wurden, wo er die knapp 4 Monate dauernde und vielseitige Grundausbildung absolviert und auch detailreich schildert. Hier ist noch der Geist der „alten Legion“ zu spüren. Zwar wurden brutale Ausbildungsmethoden wie sie vor Jahrzehnten an der Tagesordnung waren längst abgeschafft, jedoch ist die Ausbildung nach wie vor um vieles strapaziöser, härter und auch stumpfer als z.B. bei der Bundeswehr oder anderen westeuropäischen Armeen. Die Ausbilder, selbst nur Mannschaftsdienstgrade oder niedrige Unteroffiziere „regieren“ wie kleine Könige und wehe dem, auf den sie es abgesehen haben.

 

Nach der Grundausbildung wird Stefan Müller, nunmehr der „Legionnaire de 2eme Classe (Schütze/Grenadier) Karl Mahler“ seinem Wunsch entsprechend in das 2eme Regiment de Infanterie (kurz: 2e R.E.I.) in Nimes versetzt, welches zu der Zeit fast vollständig in Afghanistan im Einsatz ist. Müller und die weiteren Legionäre, die ins 2e R.E.I. versetzt sind verbleiben als „Frischlinge“ natürlich im Regiment in Nimes und schieben mit dem Rest der daheim gebliebenen Truppe Kasernendienst. Ein Umstand, den Stefan Müller bedauert. Gerne wäre mit in den Einsatz nach Afghanistan gegangen. Er schildert nun das Leben und den Dienst in der Kaserne, lässt auch die eine oder andere private Episode nicht aus und wird in der Folge als Spezialist am Waffensystem „Eryx“, einer Panzerabwehrrakete für Infanterieeinheiten, ausgebildet. Es folgen viele weitere Lehrgänge, bzw. Übungen auf den verschiedenen Truppenübungsplätzen in Frankreich, bis es schließlich für seine Kompanie in den Senegal geht, wo diese zum einen den dortigen französischen Militärstützpunkt verstärken soll, zum anderen das dortige  Trainingszentrum CAOME durchlaufen soll. Während dieser Zeit kommt es zu Unruhen in der benachbarten Elfenbeinküste und Frankreich entschließt sich zur militärischen Intervention. Müllers Kompanie wird als Eingreifreserve aus dem Senegal mit einem Landungsboot vor die Küste der Elfenbeinküste verlegt...

 

Nach der Rückkehr nach Frankreich und dem alltäglichen Kasernendienst absolviert Stefan Müller im Ausbildungsregiment in Castelnaudary den 8wöchigen Lehrgang, der Voraussetzung zur Beförderung zum Caporal ist. Er besteht den Lehrgang, dem in dem Buch ein eigenes Kapitel gewidmet ist, mit Bravour und wird nunmehr als Caporal als Truppführer (Chef de Equipe) eingesetzt. In der Folge wird Müllers Kompanie für eine mehrmonatige sog. „Präsenz-Mission“ im französischen Camp „Zayed“ in den vereinigten arabischen Emiraten eingesetzt, wo er zum ersten Mal die Wüste kennen lernt.

 

Als 2013 in Mali die Dschihadisten auf dem Vormarsch ist und vom Norden aus bereits weite Teile des Landes besetzt haben und die Hauptstadt Bamako bedrohen, interveniert Frankreich. Da auch Einheiten des 2e R.E.I. für den Mali-Einsatz vorgesehen sind,  trainieren die Kompanien des Regiments nun verstärkt auf diesen Einsatz hin.  Im Sommer 2013 wird ein neues Kontingent französischer Truppen unter Federführung der 6e brigade légère blindée nach Mali entsandt, dem neben den Sturmpionieren (1er R.E.G.) und den Panzeraufklärern (1er R.E.C.) der Legion auch eine Kompanie des 2e R.E.I. angehören soll. Da die 4. Kompanie, in der Stefan Müller nach wie vor dient, bei den vorangegangen Übungen als beste abgeschnitten hat, wird sie für den Einsatz ausgewählt. Stefan Müller -der zwischenzeitlich eigentlich weiter zum Sergent befördert werden sollte, hatte diese Beförderung, bzw. den entspr. Lehrgang jedoch abgelehnt, da er sich entschieden hatte, die Legion nach Ende seiner Vertragslaufzeit von 5 Jahren zu verlassen und den Vertrag nicht zu verlängern, was Voraussetzung für die Beförderung zum Sergent gewesen wäre- steht nun das bevor, weswegen er auch zur Legion gegangen war – ein scharfer Einsatz in einem Kriegsgebiet.

 

Caporal Müller schildert die Ankunft des Kontingents, bzw. seiner Kompanie in Mali, die zunächst bescheidene Versorgungslage, sowie spartanische Unterbringung. Er berichtet von den aufreibenden, ständigen Patrouillen und davon, dass seine Section (Zug) nur knapp einem Sprengstoffanschlag entgeht, da man an einer Kreuzung versehentlich falsch abgebogen ist. Das Pech will es, dass Müller sich mit Malaria infiziert und einige Zeit –im wahrsten Wortsinne- außer Gefecht gesetzt ist. Nach seiner Genesung soll er per Hubschrauber zu einem Stützpunkt geflogen werden, wo er auf seinen Zug treffen soll. Dieser ist jedoch kurz vorher von dort abgerückt. Daher wird Müller kurzerhand vorübergehend in einen Zug des 1. Kavallerieregiments der Fremdenlegion (1er R.E.C./Panzeraufklärer) eingegliedert. Mit dieser Einheit erlebt Stefan Müller schließlich auch seine ersten, hautnahen Gefechte in Mali, bei denen Menschen sterben...

 

Nach der Rückkehr nach Frankreich sind es nunmehr nur noch einige Monate bis zum Vertragsende. Müllers Vorgesetzter versucht nochmals ihn für den Lehrgang zum Sergenten –und damit für einen weiteren Verbleib von mind. 3 Jahren in der Legion- zu gewinnen, doch Stefan Müllers Entschluss steht fest. Er wird seinen Vertrag nicht verlängern. Die Gründe für diesen Entschluss, von denen einige in dem Buch beschrieben werden, mag der interessierte Leser selbst nachlesen...

 

Fazit: Ein rundum gelungenes Buch, das zur Pflichtlektüre eines jeden deutschsprachigen Legionsbewerbers vor der Bewerbung werden sollte.

 





Fremdenlegion in Algerien
  von Eberhard Nadjé/Dieter Fessler/Jürgen Bergner
 
Eberhard Nadjé und Dieter Fessler berichten von ihren Einsätzen als Infanterist und Fallschirmjäger im Algerienkrieg, der zwischen 1954 und 1962 vorwiegend zwischen dem französischen Militär und der ALN, dem bewaffneten Arm der algerischen Unabhängigkeitsbewegung FLN, geführt wurde. Jürgen Bergner begleitet diese Berichte mit brillanten Fotografien aus seiner Dienstzeit und vermittelt einen bemerkenswerten Einblick in die damalige Fremdenlegion und das Land Algerien.
 
Die Männer durchlebten einen harten Legionsalltag mit vielen Entbehrungen in der brütenden Hitze Nordafrikas, im unwegsamen Gelände, in der Wüste und Steppe, bis hin zu Aufenthalten im eisig kalten und schneebedeckten Gebirge Algeriens.
Tief einschneidende Erlebnisse, die sich die meisten Menschen in Europa nur schwer vorstellen können, prägten die Soldaten, wie auch die Erfahrung einer wahren Kameradschaft mit Legionären aus vielen Nationen. 

 



Rezension
Das Buch beschreibt im Wesentlichen die Legionszeit des ehemaligen Caporal-Chef Eberhard Nadje in den Reihen des 4eme Regiement Etranger d'Infanterie in Algerien. CCH Nadje beschreibt seine Legionszeit beginnend mit der Rekrutierung, sowie der Grundausbldung und nimmt den Leser dann mit in die Djebels von Algerien, wo er und seine Kompanie zahlreiche Kampfeinsätze gegen die ALN bestritten in deren Verlauf Nadje auch eine Verwundung erlitt. Später -bereits zum Caporal-Chef befördert- zeichnete Nadje für die Versorgung seiner Kompanie verantwortlich. Neben den Kampfeinsätzen beschreibt der Autor ebenfalls detailreich das "Privatleben", also die Freizeitgestaltung mit den Kameraden an dienstfreien Tagen und/oder während des Urlaubs. Besonders beeindruckend sind die äußerst detaillierten Ortsangaben zu den einzelnen Kapiteln, so dass der Leser gut nachvollziehen kann, in welchem Teil des Landes sich die Einheit des Autors gerade befand.

Im letzten Teil des Buches beschreibt der ehemalige Legionär Dieter Fessler einige Erlebnisse aus seiner Zeit beim 1er Regiment Etranger de Parachutistes (1er R.E.P.), dem berühmten 1. Fallschirmjägerregiment der Fremdenlegion. Hierbei stehen einige Ereignisse um den sogenannten "Putsch der Generäle" 1961 im Vordergrund, bei dem die Generäle
Zeller, Challe, Salan und Jouhaud, welche sich gegen die bevorstehende Unabhängigkeit Algeriens aussprachen versuchten die Macht zu übernehmen und dabei von verschiedenen Einheiten, u.a. auch großen Teilen des 1er R.E.P. unterstützt wurden.

Die Fotografien steuerte der ehemalige Legionär Jürgen Bergner bei. Sie entstammen seinem Archiv aus seiner Dienstzeit bei der 13e D.B.L.E., der 13. Halbbrigade der Fremdenlegion, welche seinerzeit ebenfalls noch in Algerien stationiert war und nach Ende des Krieges die einzige Einheit der Fremdenlegion war, die im nördlichen Afrika -in Französisch-Somaliland, dem späteren Djibouiti- verblieben ist.

Insgesamt eine der besten Legionärsbiografien, die ich kenne.





Barfuss im Reisfeld  von Karl-Heinz Krause
   Das Buch ist im wesentlichen Teil eine Aufzählung der Erlebnisse des Legionärs Karl-Heinz Krause in den Jahren 1948-1953. In chronologischer Folge werden die Erfahrungen und Eindrücke des damals 15-Jährigen nach seinem Eintritt in die französische Fremdenlegion am 10. Februar 1948 geschildert. Für Krause ist die Aufnahme in die Legion eine Erleichterung. Man wollte ihn nicht so einfach haben. Fünfzehnjährige nahm man nicht, 20 Jahre war das Mindestalter. Nach seiner Grundausbildung in Algerien wird er als immer noch Minderjähriger in den Krieg nach Indochina geschickt. Aus diesem Krieg kehrt er nach 4 Jahren mit erst 21 Jahren, aber mit den Erfahrungen eines lang gedienten Soldaten, zurück. Was sich zu Anfang wie ein jugendlicher Abenteuerroman liest, lässt zum Ende die erbarmungslose Härte des Krieges im Fernen Osten erkennen. Vervollständigt wird diese Biografie durch einen autorisierten Sonderbericht von General Bramoulle.  


Rezension
Im Alter von 15 Jahren in der Fremdenlegion zu engagieren ist eine Sache, die auch - erst - zweieinhalb Jahre nach dem 2. Weltkrieg alles andere als alltäglich war. Der spätere Caporal und Träger der "Médaille militaire" (der höchsten militärischen Auszeichnung Frankreichs für Mannschafts- und Unteroffiziersdienstgrade) berichtet darüber, wie er sich im Februar 1948 als 15jähriger Junge –kurz nach dem Krieg ohne Perspektive in Deutschland- auf den Weg nach Frankreich macht, um der sagenumwobenen Fremdenlegion, der Legion Etrangére, beizutreten. Seinerzeit benötigte Frankreich zahlreiche Soldaten für sein in Indochina (das Gebiet des heutigen Laos, Kambodscha und Vietnam) eingesetztes Expeditionscorps. Es herrschte jedoch auch kein Mangel an Bewerbern, vor allem nicht aus Deutschland und den Ländern seiner ehem. Verbündeten des 2. Weltkriegs. So war die Chance für einen 15jährigen, bei der Legion aufgenommen zu werden, eher gering. Karl-Heinz Krause jedoch wurde aufgenommen, seinem großem Wunsch entsprechend, welcher nicht zuletzt auch „Problemen“ mit der russischen Besatzungsmacht in seinem ostdeutschen Heimatort und der Angst für unabsehbare Zeit in einem Sowjet-Lager in Sibirien zu verschwinden geschuldet war. Aufgrund seines jungen Alters zunächst kurzfristig "auf einem Abstellgleis geparkt", zum arbeiten in eine Hotel-Küche geschickt, setzte er schließlich im Februar 1948 als Teil eines Kontingents "Engagés volontaires" (freiwillige Bewerber) mit dem Linienschiff „Marigot“ von Marseille nach Oran/Algerien über und wurde von dort aus weiter nach Sidi-Bel-Abbes transportiert, der berühmten "Stadt der Fremdenlegion" in der sich mehr als 100 Jahre -bis 1962- ihr Hauptquartier befand. Nach der administrativen Eingliederung dort wurde Krause 3 Wochen später zur Grundausbildung in den „Gebirgszug“ (Section de Montagne) der 2. Kompanie, des I./5. REI, welches in Tunesien stationiert war, versetzt. Nach der für damalige Legionsverhältnisse mit mehr als 12 Monaten sehr langen (es wurden Soldaten für Indochina gebraucht) und gründlichen Ausbildung und Vorbereitung auf den Einsatz in Indochina, welche vom Autor sehr anschaulich und ohne jegliche Übertreibungen beschrieben wird, war es dann Anfang Juni 1949 soweit: Krauses Bataillon, mittlerweile das III./6. REI, zu dessen 10. Kompanie er nun gehörte, verlegte gemeinsam mit dem V./4. REI nach Indochina, wo aus diesen beiden Einheiten das I. und II./5. REI neu formiert wurde. Er war jetzt der „Legionnaire de 2eme Classe“ Krause, im 5eme Regiment Etranger de Infanterie (5e REI), dem "Regiment von Tonkin". Von nun an bestimmt der Kampf mit den kommunistischen Viet-Minh den Alltag des Regiments, seiner Bataillone, Kompanien und Sectionen (Züge) und somit auch 4 Jahre lang (Krause lässt sich nicht –wie es möglich und üblich ist- nach 2 Jahren Indochinaeinsatz zurück nach Nordafrika, in der Regel Algerien, versetzen, sondern „prolongiert“ für 2 weitere Jahre in Indochina) das Leben von Karl-Heinz-Krause und seinen Kameraden, die zum ganz überwiegenden Teil Deutsche waren, wie seinerzeit überhaupt 50-75% der Mannschaften und Unteroffiziere der gesamten Fremdenlegion Deutsche waren. Diesen „Kriegsalltag“ voller militärischer Operationen im Kreise seiner Kameraden schildert Krause, der zwischenzeitlich im Rahmen einer „Feldbeförderung“ („au feu“ – „im Feuer“) zum Caporal befördert wird, sehr spannend und detailreich unter Nennung der konkreten Kampfschauplätze, der eingesetzten Einheiten und deren Kommandeure. Der Autor gewährt seinen Lesern somit einen kleinen, aber sehr realen, Einblick in einen Krieg, den Frankreich für den und mit Unterstützung des Westen(s), allen voran den USA, gegen den Kommunismus führt, der am 07. Mai 1954 mit der Niederlage des französischen Expeditionscorps in der Schlacht von Dien Bien Phu endet, Frankreichs Kolonialzeit in Indochina beschließt und für zahlreiche Legionäre, welche die Kämpfe bei Dien Bien Phu überlebt hatten, den Marsch in die Gefangenlager des Viet-Minh bedeutete. Letzteres blieb Karl-Heinz Kraus erspart, da er bereits 15 Monate zuvor, im Februar 1953, seinen insgesamt 5 Jahre dauernden Dienst in der Fremdenlegion beendete, und „als alter, erfahrener Soldat“ -20 Jahre jung- nach Deutschland zurückgekehrt war, eine Familie gründete, beruflich -als Polizeibeamter- Karierre machte und leider im März 2011, an seinem 79. Geburtstag, kurz vor dem Erscheinen seines Buches, verstorben ist. „Barfuss im Reisfeld“ - ein spannend erzähltes, sehr lesenswertes Werk, das bei keinem, der sich für die Legion Etrangere und insbesondere ihre Indochinaepoche interessiert, im Bücherschrank fehlen darf und sollte. 





Die Legion 2e B.E.P.

  von Thomas Gast

  Nach dem 2. Weltkrieg fanden sich in den Reihen der französischen Fremdlegion auffallend viele Deutsche, ehemalige Soldaten von Wehrmacht und Waffen-SS, die nun für Frankreich kämpften. Doch Frankreichs Versuch, das Rad des Kolonialismus auf die Zeit von vor 1945 zurückzudrehen, scheiterte im Dschungel von Indochina. Dort, an diesem Krisenschwerpunkt der frühen Fünfziger, war das Deuxieme Rep, das Fallschirmjägerregiment der Fremdenlegion, eingesetzt, das schwerste Verluste hinzunehmen hatte und in der Schlacht von Dien Bien Phu 1954 ihre größte Niederlage erlitt. Was in dieser Zeit dort wirklich geschah, erzählt Thomas Gast in seinem Buch.


Rezension
Fallschirmjäger der Legion in Indochina - oder die Geburt des 2e REP. Nachdem der Autor Thomas Gast, selbst ehemaliger Adjutant (Hauptfeldwebel) der Fremdenlegion und Chef de Section (Zugführer) in der 1er Compagnie des 2eme Regiment Etranger de Parachutistes (2e REP), seine Leser in seinem Erstlingswerk über die Legion 'mit dem 2eme REP an die Krisenherde dieser Erde' führte, nimmt er sie diesmal mit ins Indochina der Jahre 1949-1954, wo die Vorgängereinheit seines ehem. Regiments, frisch in Algerien aufgestellt und nach Indochina verschifft, als '2eme Battalion Etranger de Parachutistes' seine Einsätze, Operation und Gefechte bestand. Wer hier eine trockene Aneinanderreihung von Zahlen, Daten und Fakten zur Battalionsgeschichte, zu Waffen, Ausrüstung und Einsatztaktik erwartet, wird -zum Glück-enttäuscht. Vielmehr erlebt der Leser einen 'Doku-Roman', in dem kapitelweise die kleineren Einsätze und Operationen des 2eme BEP, wie auch die größeren und großen Gefechte, die es im Kompanie- oder Battalionsrahmen, oder auch an der Seite anderer französischer Einheiten geschildert werden. Höhepunkt ist die Schlacht um die Dschungelfestung 'Dien Bien Phu', in der das französische Expeditionscorps in Indochina seine empfindlichste Niederlage hinnehmen muss, welche Frankreichs Kolonialzeit in dem Land beendet. Das Werk schildert die Einsätze aus der Sicht derer, die dabei gewesen sind. Hierzu hat der Autor zahlreiche, lange Gespräche mit den ehemaligen, hauptsächlich deutschsprachigen, Indochinaveteranen der Fremdenlegion geführt, deren Erlebnisse und Eindrücke nun in dem Werk lebendig werden. Andere Berichte wurden umfangreich und exzellent in Archiven der Fremdenlegion (Calvi/Corsika und Aubagne) sowie der 'regulären' franz. Armee recherchiert. Ein Buch voller Spannung und Authenzität, in dem 'Kenner der Legion' auch die 'großen Namen der Legion', Liesenfeldt, Masselot, de Biré, Jeanpierre, Rafalli, de Saint Marc u.a., wiederfinden wird, welche seinerzeit teilweise schon charismatische Kompanie- oder Battalionsführer waren, teilweise als junge Leutnants Ihre Feuertaufe bestanden ' dies alles geschildert anhand der Augenzeugenberichte der einfachen Legionäre und Unteroffiziere.





Verdammt und geliebt

  von Wolf-R. Barthel

  Der Autor reflektiert in seinem Buch die Zeit des Algerienkriegs, den er als junger Fremdenlegionär von 1957 bis 1962 erlebte. Seine offene und teils sehr direkte Art die Dinge beim Namen zu nennen, macht dieses Buch zu einem echten Zeitzeugnis und gewährt Einblicke in die französische Fremdenlegion, die Légion Etrangère. Das Buch ist eine ehrliche Abrechnung mit einem Lebensabschnitt voller Abenteuer, Entbehrungen, Kameradschaft und Leid. Nicht die politischen Ereignisse und Hintergründe, welche zum Algerienkrieg führten, stehen im Mittelpunkt, sondern das Leben und Überleben zusammen mit Kameraden und Vorgesetzten.


Rezension
In der Sprache eines Legionärs beschreibt der Caporal (e.r.) und Träger der Médaille Militaire Wolf-R. Barthel seinen Dienst im "5eme Regiment Etranger de Infanterie" der Fremdenlegion in Algerien bis zum Waffenstillstand und den Verträge von Évian 1962. Als ständige "Feuerwehr" eingesetzt, wird das Regiment kreuz und quer durch Algerien geflogen um immer dort infanteristisch eingesetzt zu werden, wo es am meisten brennt. Ständige Patrouillien und Scharmützel mit den Kämpfern der FLN/ALN sind an der Tagesordnung. Ebenso wird das entbehrungsreiche Zusammenleben der Legionäre aller Nationalitäten im Feld (das 5eme REI verfügte aufgrund der ständigen "Feuerwehreinsätze" über keine eigene Kaserne, sondern lebte meist in Zelten) und die daraus entstandene Kameradschaft wird dem Leser eindrücklich nahe gebracht. Kurzum: Ein guter Bericht über den Algerieneinsatz eines Legionsregiments - von einem der dabei war - direkt und ungeschminkt, so wie es sein soll: a la Légion!





1825 Tage

  von Werner Abendschön

  Der Autor berichtet von seiner Dienstzeit bei der französischen Fremdenlegion von 1952 bis 1957 im Indochina- und Algerienkrieg. Seine Erinnerungen und Eindrücke gewähren detailreiche Einblicke in das damalige Alltagsleben eines Fremdenlegionärs, das sich für ihn in 1825 Tagen auf gleich zwei Kontinenten abspielte. Nach seiner Rekrutierung ging es für einen kurzen Zwischenaufenthalt nach Sidi Bel Abbès in Algerien, von wo aus er nach Oujda in Marokko beordert wurde und seine Ausbildung erhielt. Sein erster, großer Marschbefehl führte den jungen Legionär in das Kriegsgebiet Indochina. Im 2ème Groupement amphibien des 1er Régiment étranger de cavalerie (1. REC) erlebte er, nach fast zwei Jahren Einsatz, den Abzug der Légion étrangère im Jahr 1954 aus Indochina. Er wurde wieder nach Afrika verschifft, um im Algerienkrieg weiter seinen Dienst zu leisten.


Rezension
1825 Tage sind - mit der Fremdenlegion Vertraute werden es erraten: 5 Jahre! Die Mindestdienstzeit in der Fremdenlegion. Heute wie vor 60 Jahren. Werner Abendschön beschreibt eben diese, seine 5 Jahre in den Cavalerie-Regimentern (1er Regiment Etranger de Cavalerie - 1° R.E.C. und 2eme Regiment Etranger de Cavalerie - 2° R.E.C.) der Fremdenlegion. Das heute nicht mehr existente 2eme R.E.C. trug den Beinamen "Dauphin Etranger", da viele der Offiziere Adlige waren und es für viele Adlige eine Ehre war, in diesem Regiment zu dienen. Noch heute hat das immer noch bestehende 1er R.E.C. (Beiname: "Royal Etranger") einen überdurchschnittlichen Anteil an Offizieren aus dem französischen Adel. Viele gute Legionärsbiografien sind schon geschrieben worden, jedoch dienten die Verfasser meist in einem der Infanterie- oder Fallschirmjägerregimenter. Berichte über "die Cavalerie der Legion" sind selten. Umso spannender war es, die Dienstzeit des Autors, die mit der Grundausbildung in Nordafrika begann, ihn dann nach Indochina zu den, u.a. mit den amphibischen Fahrzeugen LVT 4 "Aligator" und M29 (Weasel)/"Crabe" ausgerüsteten, amphibischen Einheiten (Groupements Amphibie) der "Force Francaise en Tonkin" und somit in den Kampf gegen den kommunistischen Viet-Minh führte, zu verfolgen. Auf solch einer "Crabe" der 8e Escadron des 2e G.A. des 1er R.E.C. als Funker (und auch weiteren Posten) eingesetzt, besteht Werner Abendschön seine Einsätze im Tonkin-Delta und Zentral-Annam, von denen er detailreich berichtet und dabei neben dem Einsatzgeschehen auch die eine oder andere humoristische Anekdote nicht auslässt. Seine Zeit in Indochina endet, wie die aller Legionäre, mit der Niederlage des französischen Expeditionscorps bei der Schlacht um die Dschungelfestung im Talkessel von "Dien Bien Phu" im vietnamesich/laotischen Grenzgebiet ganz im Norden Indochinas, welche Frankreichs Kolonialzeit in dem Land beendete. Mit seiner Einheit zurück in Nordafrika verbringt der zwischenzeitlich zum "Brigadier" (entsprechend einem Caporal der Infanterie) beförderte Werner Abendschön den Rest seiner "1825 Tage", welcher bei der Berichterstattung in dem Buch, welches mit Zeichnungen/Karikaturen eines Kameraden "aufgepeppt" ist, ebenfalls nicht zu kurz kommt. Pflichtlektüre für alle an der Legion, insbesondere ihrer Indochina-Epoche, Interessierten.





Guyana

  von Thomas Gast

  Der Autor berichtet über seine Dienstzeit beim Dschungelregiment der französischen Fremdenlegion in der grünen Hölle Guyanas von 1985-1987. Doch nicht nur das. Gast geht besondere Wege, und so liefert er außergewöhnliche Einblicke in diese Eliteeinheit und lässt auch weitere Zeitzeugen in seinem Buch zu Wort kommen. Sich dorthin begeben, wo andere niemals hingehen! Die französische Fremdenlegion in Guyana - damals, mittendrin und heute. Ob die Zeit der Grabenkriege 1914-1918, ob die Gründung der ersten Dschungelkampfschule der Fremdenlegion 1986 mitten im Urwald Französisch Guyanas oder ob der nervenaufreibende Kampf einer höchstmodernen und hochflexiblen Truppe gegen illegale Goldgräber im Rahmen der im Jahre 2008 ins Leben gerufene Operation Harpie: All das vereint Thomas Gast in einem einzigen Werk. Vervollständigt wird dieses Buch durch ein Vorwort von General Pierre Chavancy.


Rezension
Guyane Française oder einfach nur „GUYANE“ – das kleine Land ganz im Norden Südamerikas, zwischen dem Atlantik, Brasilien und Surinam, das 99. Departement Frankreichs (Département d’outre-mer - Überseedepartement), das man in Deutschland hauptsächlich durch den „Europäischen Weltraumbahnhof“ der ESA, von dem die europäischen „Ariane-Raketen“ starten, kennt. Auch die der Küste vorgelagerte Inselgruppe der „Îles du Salut“ bestehend aus den 3 Inseln „Île du Diable“ (Teufelsinsel), „Île Royale“ und „Île Saint-Joseph“ wird dem einen oder anderen bekannt sein, durch die dort von Frankreich bis Anfang der 50er Jahre hinein betriebene Strafkolonie, bzw. den inselübergreifenden Gefängniskomplex, der in zahlreichen Büchern und Filmen (z.B. „Papillon“ mit Steve Mc Queen) thematisiert wurde. Aber auch noch eine weitere „Sehenswürdigkeit“ befindet sich in diesem, zu 90% mit tropischem Regenwald bedeckten, geheimnisvollen und abenteuerlichen Land, über die der Autor, der ehem. Adjudant (Hauptfeldwebel) der Fremdenlegion, Thomas GAST, berichtet. In seinem Erstlingswerk führte er seine Leser „…mit dem 2e R.E.P. an die Krisenherde dieser Erde“ um ihnen 2 Jahre später die Geschichte des „2e B.E.P“., der „ Fallschirmjäger im Indochinakrieg“ zu erzählen. Nun –ein weiteres Jahr später- nimmt er uns mit in den geheimnisvollen Regenwald-Dschungel von „GUYANA“ und zu den gut 600 Männern des 3. Infanterieregiments der französischen Fremdenlegion, dem 3eme Regiment Etranger de Infanterie, kurz: 3° R.E.I., welches mit seiner Kaserne, dem „Quartier Forget“ in Kourou, der drittgrößten Stadt von franz. Guyana, stationiert ist und damit Teil der „FAG - Forces armées en Guyane“. Neben dem 2° R.E.P. dürfte das 3° R.E.I. dass außerhalb Frankreichs am bekannteste Regiment der Fremdenlegion überhaupt sein, bedingt durch die exponierte Lage „am Ende der Welt“, zahlreiche T.V.-Reportagen, sowie die vom Regiment betriebene „Dschungelkampfschule“ der franz. Armee, des „Centre d'entraînement à la forêt équatoriale, kurz: C.E.F.E., in Régina (einige Stunden südlich von Kourou), auf deren Parcours die Legionäre des 3° R.E.I. im Wettkampf mit den besten Eliteeinheiten der Welt, seien es die US-Marines, deren ehem. Fernaufklärer der Force RECON, die US-Navy-Seals, das niederländische „Korps Kommandotroepen“, oder auch das deutsche „Kommando Spezialkräfte - KSK“, um nur einige zu nennen, ungeschlagen sind – deutlich ungeschlagen sind! Ich wartete bereits sehr ungeduldig auf die Lieferung des Buches, welche wie gewohnt zuverlässig vom „Verlagshaus Epee“, gehandled wurde, welches sich u.a. auf Literatur zur und über die Fremdenlegion spezialisiert hat und in den vergangenen Jahren mehrere bemerkenswerte Werke über die Legion herausgegeben hat, für die verschiedene „Anciens Legionnaires“ (ehem. Legionäre) verantwortlich zeichnen, so dass ich bereits mit Ersterscheinen des Buches über mein Exemplar verfügen konnte. Ehrlich gesagt war ich gespannt, was mich erwartete. Ein Art „Doku-Roman“ wie „die Fallschirmjäger in Indochina“ ? Oder eher eine „Sachbuch-Autobiografie“, wie das „2e R.E.P. an den Krisenherden…“ in welchem Thomas Gast bereits einen Teil der Zeit seiner Zugehörigkeit zum „Dschungelregiment“ der Legion beschreibt, in welches er direkt nach seiner Grundausbildung für eine sog. 2jährige „Sejour“ versetzt wurde. Die Antwort lautet: Nichts von Beidem! Oder man sollte besser sagen: Beides in Einem, denn Thomas Gast versteht es meisterhaft, 3 Informationsstränge parallel fortzuführen: 1. den Aufbau des Regiments mit seinen insgesamt 5 Kompanien (davon 1 Kompanie Reservisten) sowie deren Aufgaben zu schildern, wie die hauptsächlich der 2. und 3. Kompanie obliegende Grenzsicherung (da Guyane ein franz. Département d’outre-mer ist, somit EU-Gebiet, handelt es sich um EU-Außengrenzen) zu Brasilien, entlang des Oyapock und im Rahmen von Fluß-Patrouillien auch auf dem Oyapock, unter Einbeziehung kleinerer Legionsposten in St. Georges oder Camopi, sowie zu Surinam auf dem „Maroni-Fluss“, die Dschungel-Patrouillen zum Aufspüren und neutralisieren illegaler Goldgräber (Operation Harpie) und letztlich wohl eine der bekanntesten Aufgaben, dem Schutz des ESA Weltraumbahnhofs in Kourou, sowie Wacheinsätze während der Starts der Ariane-Raketen (Operation Titan). 2. Parallel dazu, ohne das es auch nur ansatzweise zu einem „Durcheinander“ kommt, beschreibt der Autor die Geschichte des Regiments von der Gründung 1921, über die Weltkriege (im WK I noch als R.M.L.E. – „Régiment de Marche de la Légion Etrangère") die wichtige Rolle im Indochinakrieg, die Einsätze in Algerien bis 1962 und die daran anschließende Stationierung in „Diego Suarez“ auf Madagaskar, bis es schließlich und endlich ab 1973 mit seinem Hauptteil (die 2e Compagnie wird umstrukturiert zum DLEC „Detachement de la Legion Etrangere de Comores“, dem späterem DLEM, und auf die Komoreninsel Mayotte verlegt) seine neue Heimat in Guyane findet, wo es nunmehr seit gut 40 Jahren stationiert ist. Dazu hat der Autor verschiedene Interviews mit Legionären und anciens geführt, die in den verschiedenen Epochen Dienst in dem Regiment taten, zitiert „Legions-Legenden“ wir den deutschen Adjudant-Chef Wilfried Bodenhausen oder „den“ Dschungelkampfausbilder der Legion schlechthin, Adjudant-Chef Antonio Lopez. 3. Drittens schließlich beschreibt Thomas Gast, auch unter Zuhilfenahme seiner Tagebucheinträge und wiederum gekonnt parallel, seine eigene 2jährige Dienstzeit in dem Regiment, in das es ihn direkt nach der Grundausbildung zog, also mit noch nicht einmal 6 Monaten gesamter Dienstzeit bei der Legion. Der Dschungel von Guyane hatte auf ihn offenbar dieselbe anziehende Wirkung wie auf viele andere, junge, darunter auch viele deutsche Legionäre zu dieser Zeit, Mitte der 80er Jahre. Der junge Legionär Gast, der während seiner Zeit im 3° R.E.I. noch zum Caporal befördert wird, lässt seine Leser unter anderem an einer Trans-Guyana-Durchquerung seiner Section (milit. Zug) teilhaben, von St. Georges am Oyapock an der Grenze zu Brasilien über kleine und große Flüsse und Bäche wie den Camopi-Fluss und den Inini mit traditionellen Booten (Pirogues), welche –angetrieben von starken Aussenbordern- von einheimischen, erfahrenen Steuerleuten (Piroguiers) geführt werden, weiter zu Fuß durch den Regenwald-Dschungel, durch den Pfade erst mittels Machete (Coupe-Coupe) geschaffen werden müssen. Verbunden mit der Außenwelt, bzw. dem Regiment in Kourou, nur über ein leistungsstarkes Funkgerät mit dem im absoluten Notfall auch ein Helicopter angefordert werden kann, der z.B. einen Verletzten oder Kranken per Helitroyage über einem Fluss aufnehmen kann. Immer auf der Suche nach illegalen Goldsuchern, die aus Brasilien ins Land strömen, in ihrer Gier nach dem Edelmetall die Flüsse mit Quecksilber vergiften und die, wenn sie entdeckt werden, nicht zögern wild um sich zu schiessen. Ein Menschenleben zählt nicht viel im Dschungel Guyanas und auf „Gentlemen“ trifft man unter den Garimpeiros und Holzdieben hier eher selten. Es fanden schon Legionäre wie auch franz. Gendarmen den Tod bei solchen Zusammentreffen – und natürlich vor allem auch der eine oder andere brasilianische Bandit. Mittlerweile nahe der Grenze zu Surinam (ehem. holländisch-Guyana) geht es, immer entlang der Grenze, auf dem Maroni-Fluss weiter Richtung Norden bis Saint-Laurent du Maroni, kurz bevor der Fluss in den Atlantik mündet und dem Endpunkt der Mission. Es folgen Erzählungen vieler weiterer kleiner und großer Begebenheiten und Anekdoten. Es kommen Kameraden und Wegbegleiter zu Wort, ebenso Vorgesetzte, wie der damalige Regimentskommandeur Colonel (Oberst) Piquemal. Abgerundet wird das Werk durch das Vorwort des Général de Division Pierre Chavancy. Fazit: Thomas Gast hat mit seinem dritten umfangreichen Buch über ein Regiment der Fremdenlegion ein weiteres Werk geschaffen, das den beiden ersten Büchern über die Fallschirmregimenter in Nichts nachsteht – absolut lesenswert.




Die Legion - Mit dem 2e REP an den Krisenherden dieser Erde
  von Thomas Gast
 
Es ist still geworden um die Legion, doch sie lebt, mehr denn je. Die legendäre Truppe hat sich zwar in den vergangenen Jahren gewandelt, ist sich dabei aber selbst treu geblieben. Der Soldat in der Legion ist ein bestens ausgebildeter Profi mit technischem Verständnis für die modernsten Waffensysteme. Er ist robust, mental stark, höchst motiviert und diszipliniert. Und er ist ein Spezialist, je nachdem, für welche Art Einsatz er sich entschieden hat: Fallschirmjäger, Panzersoldat, Pionier oder Infanterist - immer ein Kämpfer, aber nie ein Killer. Thomas Gast erzählt in diesem Tatsachenbericht, was er bei der Legion erlebte. Fast zwei Jahrzehnte an den Brennpunkten dieser Welt eingesetzt - vom Kongo bis zum Balkan - ist sein Insider-Bericht ein authentischer Blick auf einen Mythos. Frisch, farbig und spannend zu lesen, verhilft er zu einem ungeschminkten Blick hinter die Kulissen dieser traditionsreichen Spezialeinheit.




Rezension
Es handelt sich um das deutschsprachige Standardwerk über die französische Fremdenlegion, wie sie heute existiert, bzw. zumindest über das 2e R.E.P., das 2. Fallschirmjäger-Fremdenregiment, stationiert im "Camp Raffalli" in Calvi auf Korsika. Hier ticken die Uhren noch etwas anders als in den meisten anderen Regimentern der Fremdenlegion, ist der "Geist der alten Legion" noch etwas mehr zu spüren als in den "Festlandregimentern". Und genau daran scheiden sich vielfach die Geister - auch unter Legionären. Für die einen ist genau diese Tatsache einer der Gründe, eine Versetzung ins 2e R.E.P. unbedingt anzustreben; für die anderen der Grund aus dem das 2e R.E.P. nicht ganz oben auf der "Wunschliste" der Stationierungsorte steht.

Schon noch während der Dienstzeit des Autors, des Adjudant e.r. (Hauptfeldwebel im Ruhestand) Thomas Gast in diesem Regiment, die 1987, nach der Grundausbildung und einer 2jährigen Stationierung (Sejour) im 3e R.E.I. in Guyane, also immerhin vor mehr als 25 Jahren, begann und -durchgehend- bis 2002, dem Ende seiner Zeit bei der Fremdenlegion, andauerte war dies zu spüren. Thomas Gast beschreibt, wie der Wegfall des "eisernen Vorhangs" in Europa in den Jahren ab 1989 auch die Fremdenlegion und somit auch das 2e R.E.P. veränderte. Die Armeen der ehemaligen Warschauer Pakt Staaten zeigten signifikante Zersetzungserscheinungen. Mit der NVA der DDR wurde eine ganze Armee eines Staates quasi aufgelöst, soweit nicht ein geringer Teil des Personals in die -gesamtdeutsche- Bundeswehr übernommen wurde. Viele gut ausgebildete Elitesoldaten, wie Fallschirmjäger und Fernspäher standen sprichwörtlich auf der Straße. Nicht wenige von Ihnen zog es daher, um ihren Beruf weiter ausüben zu können und Geld zu verdienen, in die sagenumwobene Fremdenlegion und nicht zuletzt zu den Fallschirmjägern des 2e R.E.P. Zwar waren schon immer -auch- wirtschaftliche Gründe für viele Legionäre der Grund bei der Legion zu engagieren, jedoch traf dies für deutsche Legionäre in der Epoche nach dem Algerienkrieg, also spätestens ab Ende der 1960er Jahre nicht mehr zu. In Deutschland hatte das Wirtschaftswunder Einzug gehalten und es herrschte Aufschwung aller Orten. Die Gründe der deutschen Legionäre der 1970er und 1980er Jahre, also auch Gasts, der Legion beizutreten waren daher in der Regel andere - nicht zuletzt Abenteuerlust.

Thomas Gast beschreibt in dem Werk einleitend seine Zeit im Ausbildungsregiment der Fremdenlegion, dem 4e R.E. in Castelnaudary, sowie seinen direkt daran anschließenden Überseeaufenthalt beim Dschungelregiment der Fremdenlegion, dem 3e Regiment Etranger d'Infanterie (3e R.E.I.) in Französisch Guyana im Norden des südamerikanischen Kontinents. Nach Beendigung dieser sog. Sejour wird Gast -mittlerweile im Rang eines Caporals (etwa vergleichbar mit einem Obergefreiten der Bundeswehr, jedoch mit weit mehr Verantwortung und auch Befehlsgewalt über niedrigere Ränge = Chef de Equipe/Truppführer)- in das 2e Regiment Etranger de Parachutistes (2e R.E.P.) versetzt und verbringt in dessen 1. Kompanie (Spezialisten für Nacht- und Häuserkampf) den Rest seiner insgesamt mehr als 17jährigen Dienstzeit bei der Fremdenlegion, welche er in dem Werk sehr anschaulich, informativ, aber auch spannend zu schildern weiß.

Er nimmt an zahlreichen Auslandseinsätzen des Regiments, bzw. seiner 1. Kompanie, teil  und erklimmt die Karriereleiter. Er wird Sergent und damit Chef de Groupe (Gruppenführer) einer Kampgruppe in einer Section (Zug) der 1. Kompanie, später -nach seinem bestanden Zugführerlehrgang und der Beförderung zum Sergent-Chef (Feld-/Oberfeldwebel) zunächst stellvertretender, dann verantwortlicher Chef de Section (Zugführer) einer Kampfsection der 1. Kompanie, mit der damit einhergehenden Beförderung zum Adjudant (Hauptfeldwebel). Später, zum Ende seiner Dienstzeit bekleidet er noch den Posten des ADU (Adjudant de Unite/Kompaniefeldwebel, ugs. in Deutschland: "Spieß") und ist als solcher verantwortlich für den reibungslosen inneren Ablauf seiner Kompanie. Er ist in dieser Funktion den anderen Unteroffizieren und Mannschaften der Kompanie vorgesetzt und rechte Hand des Kompaniechefs, soweit es den inneren Ablauf in der Kompanie angeht.

Thomas Gast widmet den wichtigsten seiner Auslandseinsätze je ein Kapitel in dem Buch. Es handelt sich einerseits um Routinemissionen, wie das turnusmäßige Stellen der Fallschirmjäger-Alarmkompanie im Camp de Gaulle in Libreville, der Hauptstadt von Gabun, welche als "Drehscheibe" für Einsätze der franz. Armee in Westafrika, hauptsächlich der Zentralafrikanischen Republik und Congo-Brazzaville (ehem. Französisch-Kongo) dient. Ferner stellte das 2e R.E.P. auch regelmäßig (im Wechsel mit idR. dem 2e R.E.I) eine Infanterie-Unterstützungskompanie für die 13. Halbbrigade der Fremdenlegion (13e D.B.L.E.), seinerzeit noch stationiert in Djibouti am Horn von Afrika. An diesen Einsätzen nahm Gast mehrfach teil. Weitere -mehr oder weniger- Routineeinsätze (der Begriff Routine ist in der Legion und insb. im 2e R.E.P. anders besetzt als z.B. in der Bundeswehr) führten ihn 2 mal in die Zentralafrikanische Republik und in den Tschad. Aber auch an sog. "scharfen Einsätzen" nahm Gast mit seiner 1. Kompanie teil. Er jagte Wilderer in der Zentralafrikanischen Republik, kämpfte als Zugführer in Brazzaville (Kongo-Brazzaville, ehem. Französisch-Kongo) gegen Rebellen und evakuierte bedrohte europäische Ausländer aus der Stadt und war nicht zuletzt im Rahmen der UN-Mission in Sarajewo/Bosnien stationiert, wo das 2e R.E.P. im UN-Auftrag u.a. den Flughafen besetzt hielt und dabei zwischen alle Fronten geriet. Es wurde -wie das gesamte französische Kontingent in Bosnien- sowohl von serbischen Heckenschützen unter Feuer genommen, ebenso wie die Bosnier keine große Rücksicht darauf nahmen, wo ihre Kugeln und Granaten einschlugen.

Zwischen diesen Einsätzen findet das Garnisionsleben in Calvi auf Korsika, der "Heimat" des 2e R.E.P., statt, welches geprägt ist von Ausbildung, Service (z.B. Wachdiensten), aber natürlich auch Freizeit, welche sich auf einer Touristeninsel wie Korsika auch für Legionäre ansprechend gestalten lässt. Auch dieses Kapitel kommt nicht zu kurz bei den Schilderungen von Thomas Gast. Aber auch ernstere Töne werden angeschlagen: So beschreibt er den Verlust seine besten Freundes, dem Sergenten Tom L., mit dem er bereits gemeinsam in Französisch Guyana diente und der später aus dem 2e R.E.P. desertierte, um sich im Balkankrieg den kroatischen Streitkräften anzuschließen wo er auch, im Rang eines Leutnants, beim Angriff auf eine Kaserne der Jugoslawisch-Serbischen Volksarmee gefallen ist.

Kurzum ist "Die Legion - mit dem 2e R.E.P. an den Krisenherden dieser Erde" ein Buch mit vielen Facetten, dass bei niemandem, der sich für die Fremdenlegion interessiert im Bücherschrank fehlen sollte. Im Gegensatz zu manch anderem Werk ist es auch besonders gut für "Einsteiger" in die Thematik Fremdenlegion geeignet, da es sehr viele Erläuterungen und Erklärungen zu fachspezifischen "Legionsbegriffen" wie auch milit. Abkürzungen enthält. Fazit: Unbedingte Leseempfehlung!