© www.legioplus.com -  © www.vinlegion.com



© Légion Etrangère - Képi blanc


Die französische Fremdenlegion ist ein Verband aus Zeit- und Berufssoldaten und hat aktuell (Stand 17. Januar 2017) eine Mannschaftsstärke von 8.624 Mann, davon 451 Offiziere, 1.951 Unteroffiziere und 6222 Mannschaftsdienstgraden in 11 Regimentern (incl. Stabs- und Ausbildungseinheiten). Der Begriff Regiment ist bei der Fremdenlegion historisch zu betrachten, da rein zahlenmäßig einige Regimenter gerade einmal die Stärke von 2-3 Kompanien haben (z.B. D.L.E.M., G.R.L.E.) andere wieder auch zahlenmäßig einem regulären Regiment (also um die 1.200 bis 1.300 Mann) entsprechen (2e R.E.P., 13e D.B:L.E. oder 2e R.E.I., wobei letzteres das derzeit größte Infanterieregiment der gesamten franz. Armee ist). Bis Ende 2018 ist eine Aufstockung der Gesamtmannschaftstärke auf 10.000 Mann geplant.

Die Fremdenlegion setzt sich zusammen aus:

  • dem Offizierscorps (officiers)

 

  • dem Unteroffizierscorps (sous-officiers)

 

  • den Mannschaften (légionnaires)

Sie ist -und war auch schon immer- ein voll in das französchische Heer (Armée de Terre) eingegliederter Teil, sie hat dieselben Strukturen, dieselbe Ausrüstung sowie dieselben Reglementationen. Ebenso werden an die Legion dieselben Anforderungen wie an die übrigen Infanterie-, Kavalerie- und Pioniereinheiten des französischen Heeres gestellt; sie wird auch mit denselben Aufgaben, Einsätzen und Missionen konfrontiert bzw. beauftragt. Dies zeigt sich schon daran, dass bei größeren Einsätzen, wie etwa im sog. 2. Golfkrieg (1990/91), in Afghanistan oder in Mali (2013/2014) lediglich einzelne Kampfkompanien aus verschiedenen Regimentern der Legion zusammen mit Kompanien der "Regulären" zu sog. "gemischten Kampfgruppen" (Groupements Tactique Interarmes - GTIA) zusammengefasst werden, je nachdem welche besonderen Fähigkeiten im jeweiligen Einsatz besonders gefragt sind. Für das Aufspüren von Minen und IEDs in Mali Ende 2013 war z.B. eine Kompanie das 1er R.E.G. (1. Sturmpionierregiment der Fremdenlegion) die 1. Wahl, ebenso wie ein Escadron des 1er R.E.C. (Panzeraufklärer/-jäger) und die 4eme Kampfkompanie (mechanisierte Infanterie) des 2eme R.E.I. dort eingesetzt waren. Ergänzt wurden diese Einheiten durch weitere Kompanien, die der 6eme B.L.B. unterstellt waren u.a. vom 21eme RIMa, sowie dem 3eme RAMa, die also nicht von der Legion, sondern den "Troupes de Marine" kamen, welche in Frankreich ebenfalls zum Heer gehören (Armee de Terre). Diese Einheiten zusammen bildeten -unter Führung des Stabes der 6eme B.L.B.- das sog. GTIA "Desert". Auf -vom Prinzip her- dieselbe Weise waren auch bereits die Kontingente für Afghanistan zusammengestellt worden und auch der "französische Anteil", die sog. "Division Daguet", im 2. Golfkrieg. Der letzte Kampfeinsatz, der durch ein komplettes Regiment der Fremdenlegion alleine und autonom (ausg. der Lufttransport der Truppe) durchgeführt wurde, war der Einsatz des 2eme R.E.P. in Kolwezi/Zaire 1978. Für die sog. "Präsenzmissionen" oder auch kleinere "Peacekeeping-Missionen, bei denen Einheiten der Fremdenlegion für die Dauer von idR. 4 bis 6 Monaten meistens in den ehem. französischen Kolonien in West- und Zentralafrika punktuell dort befindliche französische Militärbasen verstärken (z.B. Sengal oder Gabun) oder aufgrund Beistandsabkommen das örtl. Militär unterstützen, wird in der Regel nur eine Kompanie entsendet, maximal zwei plus einem taktischen Führungsstab, sowie ggf. einem Spezialzug (z.B. zur Minenräumung)


Trotz der genannten engen Verzahnung mit den übrigen Einheiten des Heeres besteht ein Unterschied zu den Waffenbrüdern des restlichen französischen Heeres: Bis auf die Offiziere besteht die Fremdenlegion -wie dies der Name schon sagt- aus Nichtfranzosen, also Ausländern. Wobei aktuell (2016) etwa 12% der Mannschaften und Unteroffiziere eigentlich schon "Naturalfranzosen" sind, die jedoch "auf dem Papier" zu Ausländern "gemacht" werden (in der Regel werden sie als Staatsangehörige eines frankophonen bzw. teil-frankophonen Landes geführt, wie etwa Belgien, Canada, Monaco oder der Schweiz, ebenso wie z.B. die Elfenbeinküste vom afrikanischen Kontinent). Dieser Umstand liegt darin begründet, dass der Dienst in der Fremdenlegion für "Naturalfranzosen" -offiziell- nicht gestattet ist.






Die Definition des Status "Fremdenlegionär":

  • Die Fremdenlegion ist eine aus Ausländern zusammengesetzte Kampftruppe unter französischen Kommando

  • Der Legionär verpflichtet sich der Fremdenlegion, nicht einem ihrer Regimenter oder einer speziellen persönlichen Eignung

  • Die Fremdenlegion kann und wird den Legionär dort einsetzen (Regiment, Einheit), wo er ihr am wertvollsten erscheint

Die gesamte Truppe steht unter dem Befehl der Führung der Fremdenlegion (Commandement de la Légion Etrangère, kurz COM.LE), welche von einem Brigadegeneral (General de Brigade) oder Generalmajor (General de Division) und seinem Stab befehligt wird. Der aktuelle Kommandeur der Fremdenlegion ist der General de Division Jean Maurin. Das COM.LE wiederum steht unter direktem Befehl des Heeresführers, dem Chef d'etat major de l'Armée de terre (CEMAT). Mehr zur Führung der Fremdenlegion im Menü links unter Regimenter > COM.LE


Dem COM.LE unterstehen drei Regimenter bzw. Einheiten, welche auch als "Sockel der Fremdenlegion" bezeichnet werden, direkt:

  • das 1er Régiment Etranger (1er R.E.) zur Administration der gesamten Truppe - Standort Aubagne

  • das 4ème Régiment Etranger (4ème R.E.), Ausbildungsregiment der Fremdenlegion - Standort Castelnaudary

  • das Groupement de recrutement de la Légion Etrangère (G.R.L.E.), Rekrutierungseinheit der Fremdenlegion - Standort: Fontenay sous Bois (bei Paris)





Ihre eigentliche Daseinsberechtigung zieht die Fremdenlegion aus der Existenz ihrer aktuell acht Kampfregimenter, davon sechs in Frankreich, welche auf Brigadeebene in die Strukturen des französischen Heeres eingebunden sind. 4 der Regimenter sind der "6ème Brigade légère blindée" in Nimes zugehörig, der "6. leichtgepanzerten Brigade" des französischen Heeres - eine der kampfstärksten Brigaden der franz. Armee. Im einzelnen besteht die Fremdenlegion heute aus den folgenden Kampfregimentern (fett gedruckt), welche den folgenden Brigaden (kursiv gedruckt) unterstellt sind:

  • dem 1er Régiment Etranger de Cavalerie (1er R.E.C.) - Standort nahe Marseille (Camp de Carpiagne)
  • 6ème Brigade légère blindée in Nimes
  • dem 1er Régiment Etranger de Génie (1er R.E.G.) - Standort Laudun
  • 6ème Brigade légère blindée in Nimes
  • dem 2ème Régiment Etranger d'Infanterie (2ème R.E.I.) - Standort Nîmes
  • 6ème Brigade légère blindée in Nimes
  • der 13ème Demi-Brigade de Légion Etrangère (13ème D.B.L.E.) Standort La Cavalerie (Camp du Larzac)
  • 6ème Brigade légère blindée in Nimes
  • dem 2ème Régiment Etranger de Génie (2ème R.E.G.) - Standort Saint Christol
  • 27ème Brigade d'infanterie de montagne in Varces
  • dem 2ème Régiment Etranger de Parachutistes (2ème R.E.P.) - Standort Calvi (Korsika)
  • 11ème Brigade parachutiste in Toulouse

sowie zwei in Übersee, welche in die jeweiligen, örtlichen franz. Militärmissionen eingebunden sind:


  • dem 3ème Régiment Etranger d'Infanterie (3ème R.E.I.) - Standort Kourou (Französisch Guayana)
  • F.A.G. - Forces armées en Guyane

  • dem Détachement de Légion Etrangère de Mayotte (D.L.E.M.) Standort Dzaoudzi (Mayotte - Indischer Ozean)
  • F.A.Z.S.O.I. - Forces armées en zone sud de l’océan Indien

 

Nach einer Reduzierung der Mannschaftsstärke der gesamten französischen Streitkräfte in den Jahren 2012 bis 2014, die natürlich auch die Legion betraf (die 13eme D.B.L.E. war schon zuvor, mit ihrem Abzug aus Djibouti, extrem verkleinert worden, im 1er R.E.C. sowie im 2eme R.E.I. wurde jeweils die 5e Kampfkompanie, bzw. Escadron, aufgelöst), steigt die Mannschaftsstärke seit 2015 wieder an, seit 2016 sogar signifikant. Soweit es die Legion angeht wurde bereits Anfang 2015 die erst ein Jahr zuvor aufgelöste 5e Kampfkompanie des 2eme R.E.I. wieder neu aufgestellt, kurz darauf die ebenfalls nicht lange vorher aufgelöste 5e Escadron des 1er R.E.C.

Bei den Fallschirmjägern, dem 2eme R.E.P., wurde eine komplett neue Kampfkompanie aufgestellt, die 5e Compagnie de Combat, mit Spezialisierung "Wüstenkampf". Am deutlichsten ist -erneut- die 13eme D.B.L.E. betroffen. Diese wurde 2011 beim Abzug aus Djibouti von 330 Mann (Permanentes = Langzeitstationierte) auf nur noch 69 Legionäre (zwischenzeitlich sogar nur 40) am neuen Standort in Abu Dhabi geschrumpft, und dann mit 391 Angehörigen des "regulären Heeres" als sog. "Regiment Mixté" (gemischtes Regiment) in einer Gesamtstärke von 460 Mann neu aufgestellt. Nun, in 2016, bei der Verlegung von Abu Dhabi nach La Cavalerie in Frankreich wird diese Mannschaftsstärke zunächst beibehalten (in Form von 2 Kampfkompanien mechanisierte Infanterie und einer ½ Stabs- und Logistikkompanie - Compagnie de Commandement et de Logistique, CCL), wobei es sich jedoch nunmehr ausschliesslich um Legionäre handelt, somit die 13eme D.B.L.E. von einem Regiment Mixté zu einem reinen Legionsregiment rückgewandelt wird, welches bis 2018 seine neue Sollstärke von 1.200 Mann (ausschliesslich Legionäre) erhält und als 4. Legionsregiment in die "6eme Brigade Legere Blindee" (6e B.L.B.) eingegliedert wird.



Die Anzahl der neuen Rekruten wurde ab 2015 von bisher (max.) 1.000 jährlich auf (max.) 1.700 jährlich erhöht, um nicht nur -wie bisher- die etwa 1.000 Legionäre auszugleichen, die die Legion jedes Jahr aufgrund Pensionierung oder Vertragsendes verlassen, sondern bis spätestens 2018 auf die neue angestrebte Sollstärke von 10.000 Mann zu kommen. Es wird sich dann um die höchste Mannschaftsstärke nach dem Algerienkrieg handeln.     



Mehr zu den Regimentern / Einheiten finden Sie im Menü links unter den gelb unterlegten Schaltflächen zu den einzelnen Regimentern







Standorte der Fremdenlegion 2018



Die Dienstgrade bei der Fremdenlegion (einschl. Offiziere bis Oberst):
 

Mannschaftsgrade:

  •     Légionnaire 2ème classe (Legionär 2. Klasse)
  •     Légionnaire 1er classe (Legionär 1. Klasse / Gefreiter nach NATO-Rank-Code, bei der Legion jedoch kein eigentl. Dienstgrad)
  •     Caporal (Obergefreiter), bei der Kavallerie "Brigadier" genannt
  •     Caporal-Chef (Hauptgefreiter), bei der Kavallerie "Brigadier-Chef" genannt

Unteroffiziersgrade:

  •     Sergent (Unteroffizier / Stabsunteroffizier), bei der Kavalerie "Marechal de logis" genannt
  •     Sergent-Chef (Feldwebel / Oberfeldwebel), bei der Kavalerie "Marechal de logis-Chef" genannt
  •     Adjudant (Hauptfeldwebel / nach NATO-Rank-Code eigentl. Stabsfeldwebel, jedoch bei der Legion mit den klassischen Aufgaben eines Hauptfeldwebels betraut, z.B. Zugführer oder Kompaniefeldwebel (Spiess)   

  •     Adjudant-Chef (Stabsfeldwebel / nach NATO-Rank-Code eigentl. Oberstabsfeldwebel)
  •     Major (Oberstabsfeldwebel)

Offiziersgrade:

  •     Aspirant (Fähnrich / Oberfähnrich)
  •     Sous-Lieutenant (Leutnant)
  •     Lieutenant (Oberleutnant)
  •     Capitaine (Hauptmann)
  •     Commandant (Major) - auch als "Chef de Battalion" oder bei der Kavallerie "Chef de Escadrons" bezeichnet

  •     Lieutenant-Colonel (Oberstleutnant)
  •     Colonel (Oberst)

 

Die Beförderungen zu höheren Dienstgraden hängen von der Intelligenz, körperlicher und medizinischer Eignung, Befehlseignung und guter Führung ab. Statistisch gesehen hat jeder vierte Legionär die Möglichkeit zu einer Karriere als Unteroffizier. Natürlich hat jeder Unteroffizier bei der Fremdenlegion einmal als Legionär 2. Klasse angefangen. Die Möglichkeit eines "Quer-Einstiegs" direkt in einen Unteroffiziersdienstgrad, wie das etwa bei der deutschen Bundeswehr unter bestimmten Bedingungen / Voraussetzungen möglich ist, gibt es bei der französischen Fremdenlegion nicht - auch nicht im Ausnahmefall. Die Offiziere sind in erster Linie -naturale- Franzosen, die eine der französischen Offiziersschulen (z.B. St. Cyr) absolviert haben und dann für eine gewisse Zeit Dienst bei der Fremdenlegion tun. Nicht selten kommt es vor, dass höhere Offiziere, welche als Oberstleutnant oder Oberst das Kommando über ein Regiment der Fremdenlegion übernehmen, bereits als junge Leutnants schon einmal in Diensten der Legion standen, aber dann zwischenzeitlich über Jahre beim "regulären" Heer dienten, bevor sie -ggf.- zur Legion zurückkehren. Grundsätzlich können sich bei entsprechender Eignung auch (ausländische) Unteroffiziere, die als einfacher Legionär begonnen haben, bis zum Offizier hochdienen. Dies kommt allerdings nur sehr selten vor. Voraussetzung ist die Annahme der französischen Staatsbürgerschaft und -wie auch bei den "naturalen" Franzosen- das absolvieren einer Offiziersschule (Zulassungsvoraussetzung hierfür ist das franz. Abitur). Diese Offiziere werden in den Reihen der Legion "Officier Kepi Blanc" genannt, also Offizier, der mit dem Kepi Blanc (als einfacher Legionär) angefangen hat. Einer der bekanntesten deutschen "Officiers Kepi Blanc" der jüngeren Vergangenheit war der Lieutenant-Colonel (Oberstleutnant) Hans Eberle - um nur ein Beispiel von vielen möglichen zu nennen. 




Sponsorenlink:

© www.legioplus.com -  © www.vinlegion.com

Onlineshop mit Originalartikeln von der Fremdenlegion