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Die Amicalen der ehemaligen Fremdenlegionäre

 

 

 

Die Amicalen, meistens A.A.L.E. (Amicale des Anciens de la Legion Etrangere) abgekürzt, sind Zusammenschlüsse ehemaliger Fremdenlegionäre in ihren jeweiligen Heimatländern incl. Frankreich. Je nach Größe des Landes und der Anzahl der ehem. Legionäre gibt es verschiedene "Ortsgruppen", welche jedoch voneinander unabhängig sind. Sie gehören jedoch alle dem selben Dachverband, der F.S.A.L.E. (Federation des Societes d'Anciens de la Legion Etrangere) in Paris an und werden durch einen gewählten Delegierten (Delegue) dort vertreten. Der akutelle Delegue für Deutschland und Luxemburg ist Heinrich BACK, ehemaliger Präsident und aktueller Ehrenpräsident der Amicale Mannheim. Sein Vorgänger war Walter TRÄGER, ebenfalls aus der Amicale Mannheim. Die F.S.A.L.E. ist die Interessenvertretung der Amicalen -und damit der der Legionäre- gegenüber dem franz. Staat. Die F.S.A.L.E. nimmt u.a. soziale Aufgaben war und ist bei Bedarf den Mitgliedern der Amicalen z.B: in Rentenangelegenheiten (soweit es die Legionsrente angeht) behilflich. Aktueller Präsident der F.S.A.L.E. ist der General de Division (2s) (entspricht den Generalmajor der Bundeswehr im Ruhestand) Remy GAUSSERES. GAL GAUSSERES hatte während seiner aktiven Zeit verschiedene Posten innerhalb der Fremdenlegion inne. Unter Anderem kommandierte er als Colonel (Oberst) von 1990-1992 das 2eme R.E.P.

 

General de Divison (2s) GAUSSERES - Präsident F.S.A.L.E.

 

Bedingt durch die hohe Anzahl deutscher Fremdenlegionäre zur Zeit der Kriege in Indochina und Algerien, gab es in Deutschland jahrzehntelang mit großem Abstand die meisten Amicalen nach, teilweise sogar vor Frankreich. Die ehem. Legionäre fühlen sich, selbst wenn sie in den 1950er oder 1960er Jahren nur die 5jährige Mindestdienstzeit in der Legion gedient haben, der Legion oftmals ein Leben lang verbunden und bringen dies durch die Mitgliedschaft in ihren örtlichen Amicalen zum Ausdruck. Die Amicalen organisieren regelmäßige Treffen (idR. 1mal im Monat) und führen weitere Aktivitäten durch, wie etwa Weihnachtsfeiern, Feiern anläßlich der Schlacht von Camerone, gemeinsame Ausflüge und vieles mehr. Über Jahrzehnte fand in Moers der sehr beliebte "Legionärsball" statt.

Mitglied in einer Amicale kann jeder ehemalige Legionär werden, der seine Dienstzeit (seinen Vetrag, unabhängig von dessen Dauer) "avec honneur et fidelite" (mit Ehre und Treue) erfüllt hat, und mit dem "Certificat de bonne Conduite" (dem Zeugnis über gute Führung) aus der Legion entlassen wurde. Auch Legionäre die Krankheits- oder Verletzungsbedingt, vor Ablauf ihres Vertrages aus der Legion ausgeschieden sind, werden selbstverständlich aufgenommen. Nicht aufgenommen werden jedoch Deserteure oder unehrenhaft aus der Legion Entlassene. Dies wird über den Vorstand der jeweiligen Amicale, welcher derjenige beitreten will, genauestens über die F.S.A.L.E. geprüft. Bedingt durch den rasanten Rückgang der Zahlen deutscher Legionäre nach Ende des Algerienkrieges sind die Amicalen heute naturgemäß sehr überaltert. Zwar rücken vereinzelt junge Ehemalige nach, jedoch ist es oftmals so, dass der jüngste Ancien in einer Amicale bereits 75 oder älter ist. Dieser Entwicklung wurde schon vor Jahren Rechnung getragen, indem sich die Amicalen auch für sog. "Symphatisanten" öffneten (also "Freunde der Legion"). Diese haben jedoch in einigen Angelegenheiten kein Stimmrecht und dürfen auch bestimmte Posten (wie Präsident, Vize-Präsident und Fahnenträger) nicht bekleiden. Diese müssen mit einem ehem. Legionär besetzt sein. Ansonsten tragen die Symphatisanten das selbe "Tenue" (Blaues Vereins-Sakko mit aufgenähtem Abzeichen der jeweiligen Amicale, mit hellgrauer Hose, weißes Hemd, grüne Krawatte) wie die Anciens - wobei die Anciens meist noch Abzeichen ihrer ehem. Einheit(en) und natürlich ggf. eine Ordensspange am Sakko tragen. Das grüne Barett (Beret vert) ist eigentlich auch den Anciens vorbehalten, jedoch haben die Präsidenten der einzelnen Amicalen das Recht auch ihren Symphatisanten das Tragen zu gestatten, wobei das Beret-Abzeichen dann -im Gegensatz zu dem der Anciens- keine Regimentsnummer aufweisen sollte.

 

Amicale-Fahnenträger Camerone 2013

Fahnenträger einiger Amicalen im Hauptquartier der Fremdenlegion in Aubagne - zu Camarone 2013

 

Einmal pro Jahr findet das "Präsidententreffen" der deutschen Amicalen statt, welches im Rotationsprinzip von den Amicalen ausgerichtet wird, die dazu in der Lage sind. Diese Treffen sind mit einem Rahmenprogramm und geselligem Beisammensein verbunden. Austragungsorte der letzten Jahre waren u.a. Hannover, Kassel und Mannheim. Während sich die Präsidenten und Vize-Präsidenten zu ihrer Tagung treffen, nehmen die anderen mitgereisten Mitglieder sowie die Ehefrauen und Begleiterinnen idR. am Rahmenprogramm teil. Abends findet dann "gemütliches Beisammensein" für alle statt.

Bedingt durch den zahlenmäßigen Rückgang deutscher Ehemaliger und mangelndem Nachwuchs haben sich in den letzten Jahren leider immer mehr Amicalen wegen überalterung oder Todesfällen aufgelöst oder zusammengeschlossen. Noch in 2008 gab es 38 aktive deutsche Amicalen mit fast 950 Mitgliedern. Schon in 2011 waren es lediglich noch  677 in 31 Amicalen. Im Jahr 2015 gab es lediglich noch 14 aktive Amicalen in Deutschland mit 361 Mitgliedern. Hinzu kommt noch die Amicale Wien (AT) mit 30 Mitgliedern. Die "Top 5" der aktuellen, deutschen Amicalen mit den meisten Mitgliedern in ihren Reihen sind die Amicalen Mannheim (89), Stuttgart-Saarbrücken (41), Hannover (36), Frankfurt-Mainz (33) sowie an 5. Stelle gleichauf Dortmund und Kassel (je 30). Weitere Amicalen existieren noch in Berlin, Frechen, Freiburg, Celle (in Auflösung), München, Wuppertal, Zweibrücken und Dresden (offiziell aufgelöst, es finden aber noch Treffen statt)


 

Camerone 2013 Donaueschingen

 

  Abezeichen einiger deutscher Amicalen, sowie der Amicale der deutschsprachigen Schweiz, auf einer Tafel zum Anlass der Feierlichkeiten zu Camerone 2013 in der Kaserne des 110. Infanterie-Regiments des Französichen Heeres in Donaueschingen



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